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Europa sollte Großbritannien zu Verhandlungen mit Argentinien auffordern über die Zukunft der Malvinas/Falklandinseln Großbritannien aber entsendet ein britisches Atom-U-Bootes und einen Zerstörers in den Südatlantik und verletzt damit auch die atomwaffenfreie Zone Lateinamerika – Die UNO hatte schon nach dem Falklandkrieg vor 30 Jahren beide Länder zum Dialog aufgerufen – Großbritannien verweigert das, Argentinien ist dazu bereit! Einmal mehr stehen Öl-Interessen hinter einem Konflikt – Argentinische Hafenarbeiter verzögern Abfertigung britischer Schiffe

Februar 18, 2012

Keine Beruhigung um die Falklands
Argentinische Hafenarbeiter verzögern die Abfertigung britischer Schiffe
Bewohner der Falklandinseln demonstrieren ihr Loyalität zu Grossbritannien (15. Februar 2012). (Bild: Reuters)
Mit neuen argentinischen Boykottmassnahmen gegen britische Schiffe geht der Konflikt um die Falklandinseln in eine weitere Runde. Eine baldige Lösung ist nicht absehbar.

Werner Marti, Buenos Aires

Zwei Monate nach dem Wiederaufflackern des Disputs um die Falklandinseln zwischen Argentinien und Grossbritannien ist keine Beruhigung in Sicht. Am Donnerstag hat die argentinische Transportarbeitergewerkschaft CATT begonnen, aus Protest britische Schiffe erst nach einer zwölfstündigen Wartezeit abzufertigen. Das Ausmass der Störungen ist zurzeit noch nicht abschätzbar.
Vorwurf der Militarisierung

Argentinien nahm diese Woche ausserdem den für März angekündigten Besuch der Inseln durch Angehörige des Verteidigungskomitees des britischen Unterhauses zum Anlass, einmal mehr die «Militarisierung des Südatlantiks durch Grossbritannien» zu verurteilen. Aussenminister Timerman war bereits Anfang Februar mit dieser Beschwerde an die Uno gelangt. Er kritisierte die Entsendung des britischen Zerstörers «Dauntless» zu den Falklandinseln und stellte den gegenwärtigen Dienst von Prinz William als Helikopterpilot auf den Inseln als Provokation dar.

Ausserdem wirft Argentinien den Briten vor, ein mit Atomwaffen bestücktes Unterseeboot der Vanguard-Klasse in den Südatlantik geschickt zu haben. London hat dies bisher weder bestätigt noch dementiert. Die Staaten Lateinamerikas und der Karibik hatten ihre Region 1969 im Abkommen von Tlatelolco zu einem atomwaffenfreien Gebiet erklärt. Am Montag akzeptierte die argentinische Regierung ein Vermittlungsangebot des Präsidenten der Uno-Generalversammlung, Nassir Abdulaziz al-Nasser, der Gespräche zwischen den beiden Seiten organisieren soll.

Argentinien anerkennt die britische Souveränität über die Falklands nicht. Die Malvinas, so ihr spanischer Name, wurden 1833 von den Briten besetzt, als sie im Gefolge der argentinischen Unabhängigkeitswirren nicht bewohnt waren. Buenos Aires verlangt Verhandlungen über die Souveränität der Inseln. London jedoch pocht auf das Selbstbestimmungsrecht der Bewohner – rund 3000 sogenannte Kelpers – und weigert sich zu verhandeln, solange diese bei Grossbritannien verbleiben wollen. Argentinien andererseits anerkennt das Selbstbestimmungsrecht der Kelpers nicht, da diese erst nach der Besetzung von 1833 auf die Inseln gebracht wurden. Der Konflikt wurde in den letzten Monaten neu entfacht, nachdem die britische Firma Rockhopper ausbeutbare Erdölvorkommen in den Gewässern rund um die Inseln entdeckt hatte.
Nur vereinzelte Kritik

Präsidentin Fernández de Kirchner hat eine neue kriegerische Auseinandersetzung um die Malvinas ausgeschlossen. Dazu dürften die argentinischen Streitkräfte, in die seit dem Ende der Militärdiktatur kaum mehr investiert worden ist, auch nicht in der Lage sein. Fernández de Kirchner will die Briten vielmehr mit politischem und wirtschaftlichem Druck und der Unterstützung der lateinamerikanischen Verbündeten, die beispielsweise ihre Häfen für Schiffe unter der Flagge der Falklands gesperrt haben, zum Einlenken bewegen.

Dass die Malvinas zu Argentinien gehören, ist im Lande der Gauchos quer über alle ideologischen Gräben hinweg unbestritten. Vereinzelte Stimmen stellen aber in Frage, ob der scharfe Kurs der Präsidentin wirklich dazu geeignet ist, die argentinische Position voranzubringen. Sie bezweifeln, dass London so zu Zugeständnissen bewogen werden kann. Und ausserdem dürften sich die Kelpers dadurch erst recht von Argentinien abwenden.

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