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Metalle für unsere Handys: Malaysische Bevölkerung und politische Opposition protestiert gegen Abbau von High-Tech-Rohstoffen durch australisches Bergbauunternehmen Lynas, der Widerstand verzögert den Förderbeginn: Seltene Erden gelten wegen ihrer magnetischen und elektrischen Eigenschaften als essentiell für die Herstellung von Mobiltelefone, Windkraftrotoren und Hybrid-Fahrzeuge. Bevölkerung befürchtet große Umweltgefahren und tritt für Nachhaltigkeit ein! Siemens und BASF sind mit dem australischen Unternehmen im Geschäft. Atomenergiebehörde befürwortet den Abbau!

Januar 30, 2012

Das australische Bergbauunternehmen Lynas möchte in Malaysia Seltenerdmetalle fördern. Lynas erwartet Ende Januar die Lizenz zum Betrieb der Anlage. Der Bau der Raffinerie im ostmalaysischen Kuantan hatte zuletzt zu heftigen Protesten in der Bevölkerung geführt.

sgr. Die malaysische Opposition wehrt sich weiter gegen die umstrittene Produktionsanlage zum Abbau von Seltenenerdmetallen im ostmalaysischen Kuantan. Eigentlich sollte die 200 Mio. Dollar teure Anlage des australischen Bergbauunternehmens Lynas bereits Ende 2011 ihren Betrieb aufnehmen.

Die Proteste der Bevölkerung und von Lokalpolitikern haben die Regierung als auch die Opposition auf den Plan gerufen. Letztere möchte den Abbau und die Verarbeitung von Hightech-Rohstoffen in der ostmalaysischen Region unbedingt verhindern. Dazu müsste die Opposition die anstehenden Wahlen gewinnen. Ein offizieller Termin dafür ist noch nicht bekannt. Allerdings müssen die Wahlen spätestens im Frühjahr 2013 stattfinden.
Hightech-Rohstoffe für Hightech-Produkte

Seltene Erden gelten wegen ihrer magnetischen und elektrischen Eigenschaften für die Herstellung von Industrieprodukten wie Mobiltelefone, Windkraftrotoren und Hybrid-Fahrzeuge als essentiell. Auch wenn sie nur einen Promilleanteil am Rohstoffeinsatz ausmachen. In den vergangenen Jahren hat China hier eine Vormachtstellung erlangt – mehr als 95 Prozent der begehrten Hochtechnologiemetalle für den Weltmarkt stammen aus China. Viele Vorkommen blieben bisher unangetastet, da China auf Kosten von Arbeitsschutz und Umweltstandards konkurrenzlos günstig den Abbau vorantreiben kann. Die malaysische Anlage von Lynas könnte ernsthafte Konkurrenz für China bedeutet. Auch japanische Investoren sind interessiert am Abbau von relevanten Mengen jenseits von China.

«Die Opposition wird die Raffinerie nicht gutheissen,» sagte Fuziah Salleh, Parlamentsmitglied der Opposition für den Bundesstaat Pahang. Die malaysische Opposition beziehe eine deutliche Position zur nachhaltigen Entwicklung in der Region. Und die Geschäftstätigkeit von Lynas sei definitiv nicht das, was als nachhaltige Entwicklung zu kategorisieren sei. Auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) schaltete sich deshalb ein. Die Behörde steht dem Betrieb der Anlage grundsätzlich positiv gegenüber, forderte aber zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen und Pläne zur langfristigen Entsorgung der Verarbeitungsreste der Erze.
Gegenwehr erhöht Unsicherheit

Am Jahresanfang hatte Lynas bei den zuständigen Behörden den Antrag für eine vorläufige Lizenz für den Betrieb der Anlage gestellt, um mit der Weiterverarbeitung von Seltenen Erden beginnen zu können. Nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie liegt der Antrag inzwischen bei der Atomenergielizenzierungsbehörde von Malaysia. Der Direktor der Behörde Abdul Aziz Raja Adnan bestätigte, dass am 30. Januar die entsprechenden Behördenvertreter über die Lizenz betraten würden. Ob eine Entscheidung getroffen werde könne, liess er allerdings offen. Laut Medienberichten liege die endgültige Entscheidung für oder gegen den Anlagenbetrieb bei Premierminister Najib Razak und seinem Kabinett.

Japan rechnet fest mit der jährlichen Lieferung von 8500 Tonnen durch Lynas ab Anfang 2013. Gemeinsam mit der japanischen Firma Sojitz und dem staatlichen Unternehmen Japan Oil, Gas und Metals National will Japan neue Vorkommen erschliessen, um sich aus Chinas Abhängigkeit zu lösen. Das Hightech-Land befürchtet Versorgungsengpässe. Wohl deshalb kaufte die japanische Mitsubishi UFJ Financial Group im Sommer 2011 Anteile am australischen Seltenenerden-Konzern Lynas. Über einen Switch von Wandelschuldverschreibungen von Morgan Stanley sicherten sich die Japaner einen fast 10-prozentigen Anteil an Lynas. Die Lynas-Aktie stieg am Montag 1,95 Prozent auf 1.31 Australische Dollar.
Deutsche Industrie-Allianz zur Rohstofffsicherung

Auch in der deutschen Wirtschaft hatte die Sorge über die künftige Rohstoffversorgung zuletzt stark zugenommen. China ist der grösste Konkurrent der deutschen Wirtschaft um Rohstoffe auf dem Weltmarkt. Nach Berichten der «Financial Times Deutschland» möchten deutsche Industrieunternehmen wie BASF, Thyssen-Krupp und Evonik deshalb eine strategische Allianz gründen. Der deutsche Chemiekonzern BASF ist auch Kunde von Lynas. Des Weiteren gibt es Pläne für ein Joint Venture von Lynas mit Siemens zur Herstellung von Magneten für Windturbinen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/kein_mobiltelefon_ohne_hightech-rohstoffe_1.14678562.html

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