Skip to content

Konflikt über Teilung der Einnahmen aus der Erdölförderung zwischen Sudan and Südsudan halten an – Kenya und Südsudan planen neue Pipline

Januar 29, 2012

Juba möchte Öl über Kenya exportieren

Memorandum unterzeichnet

ach. ⋅ Repräsentanten Kenyas und des Südsudans haben in Juba ein Memorandum über das Projekt einer Pipeline zwischen den südsudanesischen Ölfeldern und dem kenyanischen Hafen Lamu unterzeichnet. Es sieht vor, dass der Südsudan für den Bau und den Unterhalt der Pipeline verantwortlich ist und mit Nairobi über die zu bezahlende «Transitgebühr» verhandeln muss. Über die Finanzierung und das Datum für die Lancierung des Projekts wurde nichts bekannt. Die BBC zitiert die stellvertretende Ölministerin des Südsudans mit den Worten, man wolle so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen und hoffe, das Projekt in elf Monaten abschliessen zu können. Demgegenüber bezeichnen Industriekreise eine Bauzeit von drei Jahren als realistisch.

Die südsudanesische Eile muss vor dem Hintergrund des Konflikts um die Gebühren gesehen werden, die Juba für den Transport seines Rohöls durch den Nordsudan zu bezahlen hat. Um seiner unverschämten Forderung nach einer Gebühr von 32 Dollar pro Fass Nachdruck zu verleihen, hat Khartum südsudanesisches Rohöl im Wert von 815 Millionen Dollar im Hafen von Port Sudan blockiert. Der südsudanesische Präsident Salva Kiir sprach von Plünderung und ordnete an, dass die im Südsudan tätigen Unternehmen kein Öl mehr über die Pipeline nach Port Sudan exportieren. Gleichzeitig wies er das Finanzministerium an, mit Ausgabenkürzungen und der Erschliessung neuer Ressourcen zu versuchen, den Ausfall der Erdöleinnahmen zu kompensieren. Der letztes Jahr unabhängig gewordene Südsudan hat bisher 98 Prozent seiner budgetierten Ausgaben mit Erdöleinnahmen bestritten.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/juba_moechte_oel_ueber_kenya_exportieren_1.14576860.html

 

29. Januar 2012, 20:09, NZZ Online

Südsudan dreht den Ölhahn zu

Keine Einigung im Ölstreit

Im Streit zwischen dem Sudan und dem Südsudan um die Aufteilung der Öleinnahmen setzt der Süden Druck auf: Das Binnenland hat seine gesamte Ölproduktion gestoppt.

(sda/Reuters) 90 Prozent der Produktion seien bereits gestoppt; die Techniker dabei, die Anlagen zu reinigen, sagte Ölminister Stephen Dieu Dau in der Hauptstadt Juba gegenüber der Zeitung «Sudan Tribune». Der Südsudan verfügt seit seiner Unabhängigkeit vom Sudan über rund Dreiviertel der Ölförderung des ehemaligen Gesamtstaates.

Doch für den Export ist der Südsudan auf Pipelines des Sudan angewiesen. Beide Länder können sich bisher nicht auf Transitgebühren einigen. Die Verhandlungen dazu finden unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt.

Sudan beschlagnahmte Öl

Zunächst hatte der Sudan Öl des südlichen Nachbarn mit der Begründung beschlagnahmt, dies sei der Ersatz für entgangene Gebühren. Auf Druck der AU hatte der Präsident des Sudan, Omar al- Baschir, am Samstag jedoch erklärt, die am Hafen Port Sudan blockierten Tanker würden wieder freigegeben. In Port Sudan endet die Ölpipeline vom Süden in den Norden.

Ölminister Dau sagte dazu, es gebe keine Anzeichen, dass der Sudan diese Ankündigung auch umsetzen werde. Nach seinen Angaben hat der Sudan einen Teil des Öl bereits an eine Firma in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie eine weitere in Singapur verkauft. Er drohte, diese Firmen zu verklagen.

Verhandlungen gescheitert

Die Verhandlungen zwischen Baschir und dem sudanesischen Präsidenten Salva Kiir in Addis Abeba seien gescheitert, sagte Dau. Der Sudan habe sämtliche von der AU vorgelegten Vorschläge abgelehnt.

Die AU habe Entschädigungszahlungen an den Süden vorgeschlagen. Zudem sollte der Norden schriftlich versprechen, nie mehr Öl im Besitz des Südens zu beschlagnahmen. Dau drohte, das Rohöl werde erst wieder fliessen, wenn es eine Einigung gebe.

Beide Länder hängen am Öltropf

Die Ölproduktion ist der wichtigste Wirtschaftszweig beider Länder. Vor der Teilung hatten der Norden und der Süden zwei blutige Bürgerkriege (1955-72 und 1983-2005) mit insgesamt 2,7 Millionen Toten ausgefochten.

2005 wurde ein Friedensabkommen geschlossen, das in die Unabhängigkeit des Südsudan im vergangenen Juli mündete. Allerdings waren beim Abkommen wichtige Punkte, darunter die Verteilung der Öleinnahmen, ausgeklammert worden.

29 Chinesen verschleppt

Auch die Grenze zwischen beiden Staaten bleibt umstritten. So kommt es im sudanesischen Bundesstaat Süd-Kordofan seit Juni vergangenen Jahres zu Kämpfen, bei denen es hunderte Tote gegeben haben soll. Die Regierung in Khartum wirft dem Südsudan vor, die Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) in Süd- Kordofan zu unterstützen.

In Süd-Kordofan gerieten am Wochenende 29 chinesische Arbeiter in die Gewalt der Rebellen. Die Aufständischen erklärten, man habe die Chinesen zu ihrer eigenen Sicherheit gefangengenommen. Es drohten neue Angriffe des Militärs. Das chinesische Aussenministerium bestätigte am Sonntag die Verschleppung der Chinesen.

Beide Länder exportieren das meiste Rohöl nach China. China ist zudem ein wichtiger Verbündeter des Sudan. So ist China der grösste Investor im Ölsektor und ein wichtiger Waffenlieferant.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/suedsudan_oelstreit_druck_oelproduktion_1.14658067.html

From → Afrika

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: