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740 Millionen kostet die nötige neue Schutzhülle für Tschernobyl: 2011 waren weltweit 62 Reaktoren im Bau. Laut einer Greenpeace-Studie wäre Atomstrom allein um bis zu 2,70 Euro pro kWh teurer, falls bei Kernkraftwerken die gleichen Haftungsregeln gelten würden wie in anderen Wirtschaftsbereichen. Laut einer Studie des Prognos-Instituts von 1992 beliefen sich die Kosten im Fall einer Atomkatastrophe in Deutschland auf 2.5 bis zu 5 Billionen Euro.

Januar 26, 2012

Die prognostizierte Lebenserwartung beträgt noch 5 Jahre

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Diese Prognose betrifft die „Schutzhülle“ in Tschernobyl, die vor 25 Jahren gebaut wurde, inzwischen marode ist und mehrfach aufwändig abgedichtet werden mußte. Mit dem Bau einer neuen soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Auf mindestens 740 Millionen EUR werden die Kosten für die Stahlummantelung geschätzt, die verhindern soll, dass weitere Radioaktivität austritt.

Obwohl die Nutzung der Kernenergie zur Energiegewinnung recht jung ist – 1954 wurde das erste Kernkraftwerk in Betrieb genommen -, hat sie schon erhebliche Spuren hinterlassen, riesige Einöden geschaffen, die auf unvorstellbare Zeit unbewohnbar bleiben werden, viele Menschenleben gekostet und bleibende Gesundheitsschäden bei noch mehr Menschen hinterlassen.

Seit Beginn der Nutzung haben sich zahlreiche Unfälle ereignet, die Liste ist lang. Nach der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES), die von Stufe 1 „Störfall“ bis Stufe 7 „Katastrophaler Unfall“ reicht, haben sich bisher mindestens fünf ernste Unfälle (Stufe 5) ein schwerer Unfall (Stufe 6) und zwei katastrophale Unfälle (Stufe 7) ereignet. Einige Unfälle wurden lange geheim gehalten, wie der Kyschtym-Unfall oder verharmlost, wie Windscale bzw. Sellafield und Harrisburg. Laut Expertenmeinung ist der Kyschtym-Unfall hinsichtlich der freigesetzten Radioaktivität vergleichbar mit der Tschernobyl-Katastrophe, allerdings wurden die radioaktiven Nuklide wetterbedingt „nur“ lokal und regional verteilt und die Kontamination blieb auf den Ural beschränkt. Die damalige sowjetische Führung hat die Geschehnisse erst 1989 offiziell eingestanden. Besonders betroffen ist der Karatschai-See. Laut russischen Wissenschaftlern riskiert jeder, der sich in der Nähe des Sees aufhält, eine akute Strahlenkrankheit. Ungeschützt wäre diese Strahlung für einen Menschen bereits nach einer Stunde tödlich. Leider ist nicht auszuschließen, dass die Radioaktivität des Sees über Grundwasserströme auch irgendwann den Arktischen Ozean erreicht und somit letztendlich die halbe Erde.

Letztes Jahr hat uns die Katastrophe in Fukushima wieder vor Augen geführt, welche Risiken Atomenergie birgt.

2011 waren weltweit 62 Reaktoren im Bau. Nicht nur das Unfallrisiko und die Gesundheitsschäden sondern auch das unlösbare Atommüllproblem zeigen, wie unverantwortlich, gefährlich und unwirtschaftlich Atomenergie ist. Laut einer Greenpeace-Studie wäre Atomstrom allein um bis zu 2,70 Euro pro kWh teurer, falls bei Kernkraftwerken die gleichen Haftungsregeln gelten würden wie in anderen Wirtschaftsbereichen. Laut einer Studie des Prognos-Instituts von 1992 beliefen sich die Kosten im Fall einer Atomkatastrophe in Deutschland auf 2.5 bis zu 5 Billionen Euro. Wer könnte für eine solche Summe haften und sind Menschenleben bzw. Gesundheitsschäden überhaupt bezifferbar?

Auch wenn der Zeitpunkt strittig bleiben mag, Deutschland hat den Atomausstieg beschlossen und man kann nur hoffen, dass andere Länder folgen werden. Die Umstellung auf Erneuerbare Energien kann nicht früh genug erfolgen; Studien belegen, dass dies in einem relativ kurzen Zeitraum möglich ist.

Im Newsletter werden Materialien, Aktionen und Hintergrundinformationen vorgestellt, mit denen das Thema Atomenergie kritisch im Unterricht behandelt werden kann. Veranstaltungshinweise und schwerpunktunabhängige, aktuelle Meldungen ergänzen das Angebot.

 

 

From → Atomkraft

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