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Weltsozialforum bereitet in Brasilien die Weltkonferenz Rio+20 vor: Die internationale Zivilgesellschaft erwartet von der Staatengemeinschaft, dass sie endlich die zentralen Zukunftsfragen: Gerechtigkeit, Überwindung von Armut, Ernährungssicherung und Klima in Angriff nimmt!!!!

Januar 20, 2012

Alle Augen auf Rio

(Bonn / Porto Alegre, 20.01.2012) Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und seine Partner beteiligen sich ab Montag auf dem thematischen Sozialforum in Brasilien an der zivilgesellschaftlichen Vorbereitung für die Rio+20-Konferenz. Das Sozialforum bringt vom 24. bis 29. Januar Aktivisten der Zivilgesellschaften aus aller Welt zusammen, um den Herausforderungen der Konferenz im Juni zu begegnen. Themen sind Green Economy, Verteilungsgerechtigkeit, nachhaltige Landwirtschaft und der erste Entwurf zur zukünftigen Rio-Deklaration. EED-Mitarbeitende stehen vor Ort für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung.

„Dieses thematische Sozialforum ist ein zentraler Termin für uns und unsere Partner“, sagt Jürgen Reichel, EED-Referatsleiter und Mitglied im VENRO-Vorstand. „Es gibt der Zivilgesellschaft die Möglichkeit, den Herausforderungen der Rio+20-Konferenz im Juni zu begegnen und sich auf diese vorzubereiten.“ Die internationale Zivilgesellschaft erwarte von der Staatengemeinschaft, dass sie endlich die zentralen Zukunftsfragen wie Gerechtigkeit, Überwindung von Armut, Ernährungssicherung und Klima in Angriff nehme. „Es geht nicht so weiter, wenn jedes Land darauf wartet, wann die anderen aus der Deckung gehen“, so Reichel. Ein Treffen sei zudem dringend nötig, da der UN-Entwurf für die Rio+20-Erklärung eine herbe Enttäuschung sei.

„Nach der ersten Sichtung des Entwurfs der Rio-Deklaration ist klar, dass Gerechtigkeitsfragen und viele andere zentrale Punkte außen vor bleiben. Unsere Befürchtungen bestätigen sich, dass Green Economy nichts anderes ist als das Green Washing der bisherigen Weltwirtschaftsordnung“, fasst Michael Frein, EED-Nachhaltigkeitsexperte, die Sorgen des EED und seiner Partnerorganisationen zusammen. „Die Zivilgesellschaft muss dem etwas entgegensetzten. Es geht um Verteilungsgerechtigkeit und für uns im Norden auch um nachhaltigen Konsum und die Grenzen des Wachstums. Für die Diskussion dieser Fragen bietet das thematische Sozialforum in Porto Alegre den richtigen Ort“, so Frein weiter.

Für Medienanfragen erreichen Sie vor Ort in Porto Alegre (Zeitverschiebung minus drei Stunden) vom 23. bis 29. Januar:
• Jürgen Reichel, EED, Vorstand VENRO und Mitglied des Internationalen Rates des Weltsozialforums unter +55 21 7979 2308
oder jürgen.reichel@eed.de,
• Michael Frein, EED, Mitglied „Forum Umwelt und Entwicklung“, unter +55 21 7979 2309 oder michael.frein@eed.de,
• Michael Flacke, EED-Pressereferent, unter +49-152-22 70 19 04, +55 21 7979 2310 oder unter michael.flacke@eed.de.

Das Weltsozialforum ist eine Gegenveranstaltung zu den Gipfeln der Welthandelsorganisation (WTO), dem Davoser Weltwirtschaftsforum (WEF) und den jährlichen Weltwirtschaftsgipfeln der Regierungschefs der G8-Staaten.

Die erste Veranstaltung fand 2001 in Porto Alegre / Brasilien, statt und wurde zu einem Symbol für die Bewegung der Kritiker der Globalisierung.

Mit den weltweiten Treffen wird unter anderem beabsichtigt, Alternativen zum in den Medien „vorherrschenden Denkmodell des globalen Neoliberalismus“ aufzuzeigen und deren Ausarbeitung zu fördern. Auf der Ebene der Symbolpolitik soll es zum Ausdruck bringen, dass es auch eine andere Globalisierung gibt, die sich abseits von WTO und G8-Gipfeln bewegt. Das Vernetzen sozial engagierter Personen und Organisationen soll dabei auch zum Ausdruck bringen, dass eine Globalisierung – statt einer „Deregulierung zum Vorteil des Stärkeren“ – auch verantwortungsbewusstes Denken und Handeln für das Wohl der ganzen Welt bedeuten kann. Das Weltsozialforum soll weniger konkrete Maßnahmen beschließen, oder Resolutionen verabschieden, sondern eher der Koordination und dem Erfahrungsaustausch dienen. Das große Spektrum verschiedener Gruppen öffnet zum einen die Chance auf verschiedene Blickwinkel und einen breiten Interessenaustausch. Zum anderen aber lässt es wirklich gemeinsame Positionen illusorisch erscheinen. Viele der Teilnehmer, insbesondere aus den sogenannten Entwicklungsländern, interessieren sich nicht für ideologische Grabenkämpfe, sondern fordern vielmehr eine pragmatische Politik. So unterstützen viele durchaus eine Öffnung des Weltmarkts, kritisieren jedoch Wettbewerbsverzerrungen z. B. durch Subventionen in den Industrieländern. Damit vertreten diese Teilnehmer eher „neoliberale“ Positionen.

Die Charta der Prinzipien aus dem Jahr 2001 definiert die Identität des Weltsozialforums (WSF): „Das Weltsozialforum ist ein offener Treffpunkt für reflektierendes Denken, für die demokratische Debatte von Ideen, für die Formulierung von Anträgen, für freien Austausch von Erfahrungen und zum Vernetzen effektiver Aktionen von Gruppen und Bewegungen der Zivilgesellschaft, die sich dem Neoliberalismus und der Weltherrschaft durch das Kapital oder irgendeine andere Form des Imperialismus widersetzen und sich für den Aufbau einer planetarischen Gesellschaft engagieren, in der der Mensch im Mittelpunkt steht.“

Die Bewegung entstand durch die Initiative verschiedener internationaler Organisationen, die ihrerseits aus der Erhebung der Zapatisten in Chiapas (Mexiko) im Jahr 1994 hervorgingen. Indigene Bewohner dieser Region rebellierten gegen neue Formen der Unterdrückung, die im Zusammenhang mit der Globalisierung standen. Die neuen Organisationen und Bewegungen (z.B. Peoples Global Action) wollten den Kampf der Zapatisten fortsetzen und ihre Forderungen international zur Sprache bringen.

http://weltsozialforum.org/wsd.einfuehrung.1/index.html

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