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ARD: Im Nahen Osten droht der nächste Krieg. Die USA und deren Verbündete planen Sanktionen, die das Regime in Teheran als existenzbedrohend empfinden muss. Kann der Iran kein Öl mehr ausführen, gehen ihm vier Fünftel seiner Deviseneinnahmen verloren; wird die iranische Zentralbank vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen, können auch die letzten iranischen Kunden ihr Öl kaum noch bezahlen.

Januar 13, 2012

Konflitkt zwischen USA und Iran

Eskalation statt Einlenken

Von Reinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Im Nahen Osten droht der nächste Krieg. Wann er ausbricht und wie er geführt wird, ist unklar. Aber die Zeichen stehen auf Konfrontation.

Die USA und deren Verbündete planen neue Sanktionen, die das Regime in Teheran als existenzbedrohend empfinden muss. Kann der Iran kein Öl mehr ausführen, gehen ihm vier Fünftel seiner Deviseneinnahmen verloren; wird die iranische Zentralbank vom internationalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen, können auch die letzten iranischen Kunden ihr Öl kaum noch bezahlen.

Obama will sich im Wahlkampf keine Versäumnisse leisten

An der Entschlossenheit Washingtons kann nicht gezweifelt werden. Die Obama-Administration versucht mit allen Mitteln Verbündete, Freunde und Handelspartner rund um den Globus zu überzeugen, sich an den Sanktionen zu beteiligen.

Obama möchte Ende des Jahres wiedergewählt werden. Er möchte sich während des bevorstehenden Wahlkampfes im Sommer und Herbst keine Versäumnisse in Sachen Iran vorhalten lassen. Wenn er in Afghanistan schon weitgehend hilflos ist, bei Guantánamo versagt und mit dem Irak erfolglos abgeschlossen hat: Gegenüber dem Iran will er Stärke und Entschlossenheit demonstrieren.

Audio: Kommentar: Kriegsgefahr am Golf

AudioReinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul13.01.2012 18:10 | 2’37

Der Iran rasselt mit seinem kleinen Säbel

Und die Führung in Teheran zieht mit, rasselt auch mit dem viel zu kleinen Säbel und mimt den Halbstarken. Die westlichen Medien helfen dankbar mit, indem sie den Iran zu einer Militärmacht hochstilisieren. Doch der Iran ist ein militärischer Scheinriese – je näher man hinschaut, umso kleiner wird er.

Moskau weigert sich bislang, neuen Sanktionen gegen den Iran zuzustimmen, weil sie auf einen Regimewechsel in der Islamischen Republik abzielten. Ja, das tun sie: Die neuen Sanktionen sollen das Regime in Teheran nicht nur in Schwierigkeiten, sondern zu Fall bringen. Doch Russland will keinen Iran, der sich mit dem Westen ins Benehmen setzt. Russland kann viel besser mit dem gegenwärtigen Pariastaat Iran leben. Die Omnipräsenz der USA in der Region ist Moskau schon jetzt ein Dorn im Auge.

Es geht um die Überlebensgarantie der iranischen Regimes

Washington begründet die harten Maßnahmen gegen den Iran mit Teherans Atompolitik. Gibt Teheran diese nicht auf, wird die Sanktionsschraube immer weiter gedreht. Gibt Teheran sie aber auf, ändert sich auch das Regime. Denn die Staatsführung unter Ali Chamenei sieht in dieser Atompolitik – der zivilen wie auch der militärischen – eine Art Überlebensgarantie der Islamischen Republik.

Deswegen wird ein Einlenken immer unwahrscheinlicher und eine Eskalation am Golf immer wahrscheinlicher.

http://www.tagesschau.de/kommentar/kommentarusairan100.html

From → Iran, Krieg, Kriegsgefahr

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