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Industrial Workers of the World: Globale Gewerkschaft mit über 100jähriger Geschichte auch in Deutschland im Aufbau: Wir stehen für Solidarität, Selbstorganisation und Kreativität. Unsere Stärke ist die Globalisierung von unten.

Januar 12, 2012

 

Die IWW ist eine internationale Basisgewerkschaft, die sich im deutschsprachigen Raum seit 2006 im Aufbau befindet.

Wir stehen für Solidarität, Selbstorganisation und Kreativität.  Unsere Stärke ist die Globalisierung von unten.

Die IWW lebt durch das Engagement ihrer Mitglieder. Wir wir wollen eine solidarische, kampfbereite Gewerkschaft aufbauen. Wir sind ein Gegenpol zu professionalisierten Dienstleistungsunternehmen (wie DGB, ÖGB, unia) und beschränkten Ständeorganisationen (wie dem Marburger Bund), die leider die Gewerkschaftslandschaft bestimmen.

Wenngleich wir die Profi-Gewerkschaften und ihre Apparate oft scharf kritisieren, unterhalten wir dennoch gute Kontakte zu engagierten Kolleginnen und Kollegen, die innerhalb dieser Strukturen ihr Bestes versuchen. Wir haben zahlreiche Doppelmitglieder und ermutigen aktive oder enttäuschte Gewerkschafter_innen, bei uns mitzumachen.

Wir sind an keine Partei, ideologische Gruppierung oder Ähnliches gebunden. Die IWW steht allen Arbeiterinnen und Arbeitern offen, die unsere Prinzipien teilen.

Falls ihr mehr über die IWW erfahren wollt, schaut euch die hier versammelten Links und Dokumente an.

 

Die Industrial Workers of the World sind eine weltweite Gewerkschaft, die auf eine über hundertjährige Geschichte zurück blicken kann. Seit 2006 sind die Wobblies auch im deutschsprachigen Raum aktiv.

Wenn wir von Gewerkschaft reden…

…dann meinen wir etwas anderes als die meisten anderen. Die Gewerkschaftsbewegung ist im deutschsprachigen Raum ziemlich auf den Hund gekommen. Die meisten verstehen darunter eine Art Rechtschutzversicherung mit Lohnerhöhungsbonus und Busausflügen zu Großdemonstrationen. Wir dagegen setzen auf die Fähigkeit unserer Mitglieder zur Kreativität und Selbstorganisation: im Betrieb, am Arbeitsamt, im Stadtteil.

Das Expertentum der etablierten Gewerkschaften wirkte wie ein süßes Gift, das die Gewerkschaftsbewegung über die Jahre träge und wirkungslos gemacht hat.

Wie beispielsweise eine selbstorganisierte Betriebsgruppe arbeiten könnte, welche Konflikte sie im Alltag auszufechten hat, oder wie ein Streik effektiv zu führen ist, das müssen wir erst mühsam wieder lernen.

Join the one big union!

Wenn ihr der IWW beitretet, erwartet euch keine professionelle Rundumversorgung. Dafür habt ihr Möglichkeiten und Raum, eure Fähigkeiten, eure Erfahrungen und euer Wissen einzubringen und auszubauen. Nur so können wir in den nächsten Jahren wachsen.

IWW wieder im Aufwind

In den letzten Jahren hat die IWW vor allem in den USA einen deutlichen Aufschwung erfahren können. Die IWW-Gewerkschaft der Starbucks-ArbeiterInnen (IWW Starbucks Workers Union) ist mittlerweile in New York City, Chicago und Rockville/Maryland vertreten. In Chicago ist ein Kollektiv selbstorganiserter Fahrrad-Kuriere in der IWW. In Kalifornien haben sich 200 LKW-Fahrer, die vorwiegend aus Indien stammen, der IWW angschlossen und zusammen beachtliche Erfolge erkämpft. In Großbritannien existiert die größte IWW-Sektion in Europa. Dort sind über 400 Mitglieder aktiv, die gewerkschaftliche Branchen-Strukturen im Gesundheits- und Pflegebereich aufgebaut haben, so wie im Einzelhandel und im Bildungswesen.

Es ist vielleicht der größte Vorteil, den euch die IWW im deutschsprachigen Raum monentan anbieten kann: Wenn ihr beitretet, seid ihr direkt verbunden mit ArbeiterInnen rund um den Globus. Unkomplizierte und schnelle Kontakte bestehen weltweit sowohl zu lokalen Gruppen als auch innerhalb von Branchen.

Was macht eigentlich eine kämpfende Gewerkschaft?

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass eine Gewerkschaft Tausende von Mitgliedern haben und flächendeckend vertreten sein müsste. Davon sind wir weit entfernt und niemand weiß, ob wir jemals dahin kommen. Eine Gewerkschaft kann auch aus drei Beschäftigen einer Kaffee-Bude am Lenauplatz in Köln-Ehrenfeld bestehen. Dann ist das halt die “Gewerkschaft der Ehrenfelder Kaffee-Buden-ArbeiterInnen” und die setzt ihren Chef gehörig unter Dampf.

1. Die Verteidigung der Rechte jedes einzelnen Mitglieds

Der absolut wichtigste Punkt. Nicht nur am Arbeitsplatz, auch auf dem Amt, gegenüber dem Vermieter, im Stadtteil. Die Verteidigung unser Mitglieder kann und sollte auf mehreren Ebenen geschehen: Juristische Kompetenz, Arbeitskämpfe, Direkte Aktionen und solidarische Unterstützung aus dem Umfeld. Ein Angriff auf eine(n) ist ein Angriff auf alle!

2. Weiterbildung und Schulung

Jedes IWW-Mitglied sollte ein Organizer (eine Organizerin) werden. Dafür ist es nötig, sich in verschiedenen Bereichen auszukennen: Rechte und Gesetze, Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, Funktionsweise des Kapitalismus und der industriellen Produktion, oppositionelle Kultur (Filme, Bücher, Musik etc.), branchenspezifische Bedingungen etc. Die Orts- und Branchengruppen der IWW werden versuchen, Seminare und Veranstaltungen für ihre Mitglieder und Interessierte anzubieten.

3. Unterstützung von Streiks und Arbeitskämpfen anderer

Wir sind nur ein (sehr kleiner) Teil der arbeitenden Klasse. Letztendlich kommt es nicht darauf an, in welchen Organisationen sich die arbeitende Bevölkerung zusammen schließt, sondern darauf, dass sie erfolgreich kämpft. Wenn irgendwo gestreikt wird, oder andere Konflikte auf der Tagesordnung stehen, sollte die IWW – wenn möglich – unterstützend dabei sein. Nur in der Praxis können wir Erfahrungen sammeln, lernen und gemeinsam mit anderen ArbeiterInnen weiter kommen.

4. Kulturelle Aktivitäten

Eine Selbstverständlichkeit, die hier nicht unerwähnt bleiben sollte: Parties, Feste, Feiern, Konzerte, Filme, Lesungen. Plakate, Graffittis, Aufkleber. Essen und Trinken.

Eine Gewerkschaft für alle, aber nicht für jede(n)

Bei uns können alle mitmachen. Egal welchen Beruf sie gelernt haben oder ausüben, egal wo sie herkommen, egal welcher Überzeugung sie anhängen. Wir haben Buddhisten, Anarchisten, Pazifisten, Sozialisten, Rätekommunisten, Muslime, Juden, Christen, Atheisten und Karnevalisten (alle auch in weiblicher Ausführung) in unseren Reihen und der Reigen wird mit jedem Neuzugang bunter. Ebenso halten wir die sexuellen Orientierungen unserer Miglieder (ob lesbisch, schwul, hetero etc.) für gleichwertig und gleich berechtigt.
Dennoch gibt es ein paar Einschränkungen, die wichtig sind: Wobblies dürfen nicht in einer Position arbeiten, die es ihnen erlaubt, Menschen einzustellen oder zu feuern. Hier verläuft für uns die Grenze zwischen der arbeitenden Klasse und dem Unternehmerlager. Der Wirt deiner Stammkneipe oder die Yogalehrerin aus deinem Bekanntenkreis mögen nette Leute sein, die selbst womöglich viel arbeiten und wenig verdienen. Solange sie andere Leute beschäftigen, können sie keine Wobblies sein. Denn wenn es in ihrem Geschäft zum Konflikt kommt, stehen die Wobblies beinhart zu den Interessen der Lohnabhängigen.

Wobblies dürfen keine Funktionärsposten bei Parteien oder staatstragenden Gewerkschaften (z. B. beim DGB, ÖGB) einnehmen.

Wo kämen wir sonst hin?

Wobblies sind klassenbewusste ArbeiterInnen

Klassenbewusstsein klingt heutzutage weder besonders modern noch sexy. Es klingt nach den 1920er Jahren oder nach K-Gruppen und Polit-Sekten. Wir wissen das. Dennoch führt kein Weg daran vorbei. “Die arbeitende Klasse und die ausbeutende Klasse haben keine gemeinsamen Interessen”, so lautet seit 1905 der erste Satz der Präambel zur IWW-Verfassung. Jeder Arbeiter und jede Angestellte kann diesen Satz an seinem eigenen Leben überprüfen. “Wieviel Urlaub hätte ich, wenn es nach dem Betrieb ginge? Wieviel Urlaub hätte ich, wenn es nach mir ginge?” Zum Beispiel.

Mit Klassenbewusstsein werden die wenigsten geboren. Oft ist es ein jahrelanger Prozess, zu lernen zwischen arm und reich, oben und unten zu unterscheiden und die eigene Position in diesem Koordinatensystem zu finden. Genau das ist aber wichtig, wenn man eine kämpfende Gewerkschaft aufbauen will.

 

wofür wir stehen

Der folgende Text ist die Präambel unserer Geschäftsordnung. Er beschreibt, auf welcher Basis wir zusammen kommen und wo wir gemeinsam hin wollen:

Die arbeitende Klasse und die ausbeutende Klasse haben keine gemeinsamen Interessen. Es kann keinen Frieden geben, solange Hunger und Not unter Millionen von Arbeitenden zu finden sind und die wenigen, aus denen die ausbeutende Klasse besteht, alle guten Dinge des Lebens besitzen. Zwischen diesen Klassen muß der Kampf weitergehen, bis die Arbeiter der Welt sich als eine Klasse organisieren, die Produktionsmittel in Besitz nehmen, das Lohnsystem abschaffen und in Einklang mit der Erde leben.

Wenn wir uns als Gewerkschaft bezeichnen, dann meinen wir etwas fundamental anderes als jene staatstragenden Gebilde, die aus der Gewerkschaftsbewegung eine öde Veranstaltung gemacht haben, deren eigentliche Funktion – neben der Versorgung eines satten Funktionsärsapparats – die reibungslose Integration der ArbeiterInnen in die Produktion ist. Was wir im Gegensatz dazu aufbauen wollen, ist der selbstorganisierte und kreative Zusammenschluss der ArbeiterInnen eines Betriebs und einer Branche. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen, sondern nur durch gewissenhafte und beharrliche Organisierung an der Basis.

Die Interessen der arbeitenden Klasse können nur verteidigt werden, wenn alle Beschäftigten einer Branche, oder – wenn nötig – aller Branchen, aufhören zu arbeiten, wann immer irgendwo ein Streik oder eine Aussperrung stattfindet. Ein Unrecht an einem (und einer) ist ein Unrecht an allen.

Anders als es der historische englische Name vielleicht suggeriert, sind die Wobblies seit 1905 nicht nur eine Gewerkschaft für IndustriearbeiterInnen (Industrial Workers), sondern für alle Arbeiter, also für alle Frauen und Männer, die als Lohnabhängige, (schein)selbständige Arbeiter oder Arbeitslose keine andere Wahl haben, als ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Der Kapitalismus spielt die ArbeiterInnen der Welt und ihre verschiedenen Lebens- und Arbeitsbedingungen gegeneinander aus. Um die Macht des global agierenden Kapitals zu brechen, gibt es kein anderes Mittel als die Globalisierung von unten, den solidarischen und Grenzen sprengenden Zusammenschluss von ArbeiterInnen aller Kontinente.

Eine gute Einführung in die Grundüberzeugungen der IWW bietet dieses Faltblatt: Anmerkungen zur Präambel der IWW-Satzung.

Falls Du mehr über Organisationsaufbau und Prinzipen der IWW im deutschsprachigen Raum wissen willst, solltest Du folgende Datei herunterladen: Präambel und Geschäftsordnung der IWW im deutschsprachigen Raum (pdf)

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