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Streikende erfolgreich: Ihr Streik trifft Nigerias Wirtschaft, von der nur eine kleine Elite und die internationalen Ölkonzerne profitieren – in der aber trotz Ölreichtum 90 Prozent weniger als 1,60 Euro zum Leben haben! Polizei schießt auf Demonstranten! 10.000 Muslime und Christen fliehen aus den Gebieten, in denen sie die Minderheiten sind: Kirchen und Moscheen angezündet, Menschen der anderen Religion vertrieben!

Januar 10, 2012

Landesweiter Protest gegen Benzinpreise

Stillstand in Nigeria – Streik legt Wirtschaft lahm

Streikende in Nigeria protestieren gegen die Abschaffung der staatlichen Benzinsubventionen. (Foto: dapd)Großansicht des BildesStreikende in Nigeria protestieren gegen die Abschaffung der staatlichen Benzinsubventionen.Erneut hat ein Streik das westafrikanische Krisenland Nigeria weitgehend lahmgelegt. Die meisten Geschäfte und Fabriken blieben geschlossen, auch der Luftraum wurde gesperrt. In den großen Städten gingen wie bereits am Montag Zehntausende auf die Straße, um gegen die Entscheidung der Regierung zu protestieren, die Subventionen für Benzin zu streichen. Dies hatte Anfang Januar zu einer Verdoppelung der Treibstoffpreise geführt.

Derweil spürt auch die Wirtschaft die Folgen des Streiks. Fast alle Banken und Finanzinstitutionen waren geschlossen, an der Börse gab es erste Einbrüche. Die Ölproduktion von zwei Millionen Barrel pro Tag ging zunächst normal weiter. Jedoch teilte die „National Petroleum Corporation“ mit, dass die Branche einbrechen könnte, falls der Ausstand andauert. „Wir sprechen von Verlusten in Millionen-Höhe“, sagte der Wirtschaftsexperte Saddiq Abubakar von der Ahmadu Bello Universität in Zaria. „Die Wirtschaftsmetropole Lagos, in der sich die größten Unternehmen und Fabriken befinden, und die das Zentrum der Märkte Westafrikas ist, steht komplett still.“

Hartes Eingreifen der Polizei

Die Regierung hatte die Bevölkerung zuvor vergeblich dazu aufgerufen, die Arbeit wieder aufzunehmen und die Proteste zu beenden. Verhandlungen mit den Gewerkschaften des Landes blieben bisher erfolglos, da Präsident Goodluck Jonathan weiter auf seiner Entscheidung zur Abschaffung der Subventionen beharrt. Der Präsident des Gewerkschaftsverbandes, Abdulwaheed Omar, bezeichnete den Streik als Erfolg und erklärte, der Ausstand werde am Mittwoch fortgesetzt. Gleichzeitig rief er die Demonstranten dazu auf, friedlich zu protestieren.

Der nigerianische Präsident Jonathan Goodluck (Foto: AFP)Großansicht des BildesPräsident Goodluck Jonathan beharrt auf seiner Position, die Benzinsubventionen zu streichen.Er verurteilte das harte Eingreifen der Polizei, durch das am Montag drei Menschen getötet und viele weitere verletzt worden waren. Ein Polizist, der in Lagos einen Demonstranten erschossen hatte, wurde festgenommen. Der nigerianische Ärzteverband teilte mit, er werde sich nicht an dem Streik beteiligen, um die Opfer behandeln zu können. Obwohl der Krisenstaat das größte Ölförderland des Kontinents ist, leben 90 Prozent der 160 Millionen Nigerianer von weniger als zwei Dollar (1,60 Euro) am Tag. Die Preiserhöhungen haben viele in noch schlimmeres Elend gestürzt.

Erneut Tote bei Kämpfen zwischen Christen und Muslimen

Zudem kam es zu weiteren Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen im Süden des Landes. Dabei wurden mindestens fünf Menschen getötet. Nicht identifizierte Angreifer brannten am Dienstag Teile einer alten Moschee in der Stadt Benin nieder, wie eine Vertreterin des nigerianischen Roten Kreuzes im Bundesstaat Edo mitteilte. Seit die radikalislamischen Sekte Boko Haram um Weihnachten dutzende Nigerianer christlichen Glaubens getötet hatte, ist die Lage in dem Vielvölkerstaat sehr angespannt.

Moschee niedergebrannt

10. Jänner 2012 17:44

Muslime flüchten aus dem Süden des Landes

Benin-Stadt – Bei Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen im Süden Nigerias sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Nicht identifizierte Angreifer brannten am Dienstag Teile einer alten Moschee in der Stadt Benin nieder und verwüsteten einen neuen Teil des Gebäudekomplexes, wie eine Vertreterin des nigerianischen Roten Kreuzes im Bundesstaat Edo mitteilte. Augenzeugen berichteten, eine angrenzende islamische Schule sei niedergebrannt worden. Überdies seien seit dem Beginn der Gewalt am Montag mehr als 10.000 Menschen vertrieben worden, sagte sie.

Die Gewalt war bei einem landesweiten Generalstreik gegen steigende Benzinpreise am Montag eskaliert. Die Lage in Nigeria ist derzeit äußerst angespannt, seit bei mehreren Angriffen der radikalislamischen Sekte Boko Haram auf Christen im Norden des Landes seit den Weihnachtstagen Dutzende Menschen getötet wurden.

Nigeria ist mit 160 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Der Norden des westafrikanischen Landes ist mehrheitlich von Muslimen bewohnt, während im ölreichen Süden die Christen in der Mehrheit sind. Aus Angst vor Vergeltungsangriffen flohen nach Angaben muslimischer Organisationen mittlerweile erste muslimische Bewohner aus dem südlichen Niger-Delta. (APA)

Explosionen am ersten Weihnachtstag

Anschlagsserie auf Kirchen in Nigeria

Mehrere Kirchen in Nigeria sind Ziele von Anschlägen geworden. Der schwerste Angriff ereignete sich in Mandalla nahe der Hauptstadt Abuja. Dort sollen nach einer Explosion vor einer Kirche laut Rettungsdienst 35 Tote geborgen worden sein.

Aus verschiedenen Städten wurden im Laufe des Tages weitere Explosionen gemeldet, zwei davon – in Jos und Gadaka – waren ebenfalls gegen Kirchen gerichtet.

Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet

Nach Angaben eines Regierungssprechers eröffneten Bewaffnete nach der Explosion einer Bombe vor einer Kirche in Jos zudem das Feuer auf die örtlichen Sicherheitskräfte. Mindestens ein Polizist sei dabei getötet worden.

In einem Gebäude in der Nähe der Kirche seien zwei weitere Sprengsätze rechtzeitig entdeckt und entschärft worden. Der Sprengsatz habe drei Fahrzeuge zerstört und eine Mauer der Kirche umgerissen.

In Gadaka wurde nach Angaben eines Anwohners niemand verletzt. Wie aus nigerianischen Sicherheitskreisen verlautete, verübte außerdem ein Selbstmordattentäter in der nordöstlichen Stadt Damaturu einen Anschlag auf einen Konvoi der Geheimpolizei. Dabei habe es Tote und Verletzte gegeben.

  • Schwere Anschläge auf christliche Kirchen in Nigeria
    tagesschau 00:15 Uhr, 26.12.2011 [Peter Schreiber, ARD Nairobi]
  • intern Download der Videodatei

Boko-Haram-Sekte bekennt sich zu Anschlägen

Die radikalislamische Sekte Boko Haram bekannte sich zu den Taten. „Wir werden diese Attacken im Norden in den nächsten Tagen fortsetzen“, sagte ein Sprecher der Terrorgruppe. Bei einer Serie von Attacken in den Tagen vor Weihnachten, zu der sich die Boko Haram auch bekannte, wurden im Nordosten Nigerias bis zu 100 Menschen getötet.

Die Sekte hatte auch Weihnachten 2010 christliche Einrichtungen in Jos angegriffen, dabei waren 32 Menschen getötet worden. Die Gruppierung strebt die Errichtung eines islamischen Staates im Norden Nigerias an. Die 2003 gegründete Gruppe, die sich gegen jeden westlichen Lebensstil wendet, bezeichnet sich selbst auch als „nigerianische Taliban“.

Nigeria im Griff der Terroristen

Boko Haram Nigeria (Foto: AFP)
Weitere MeldungenWas ist Boko Haram?Die Mitglieder der Terrorgruppe Boko Haram bezeichnen sich als nigerianische Taliban. Sie verüben landesweit Anschläge. Die Regierung in Abuja wirkt hilflos im Kampf gegen die Gruppe, die mit dem internationalen Terror vernetzt sein soll. [mehr]

Abscheu über Anschlagsserie

Bundespräsident Christian Wulff verurteilte die Anschläge und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. „Diese feige Gewalt ist von keiner Religion gedeckt“, heißt es in einem Beileidstelegegramm an den nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan. Es sei „besonders verabscheuungswürdig, dass sich die Anschläge gegen Menschen richteten, die sich friedlich an Weihnachten in ihren Gotteshäusern versammelt hatten“.

Außenminister Guido Westerwelle forderte dazu auf, sich „dem Übel des Terrorismus, von Gewalt und Unterdrückung mit ganzer Kraft entgegen zu stellen“. Verurteilt wurden die Anschläge auch von den Regierungen in Paris, London und Washington. US-Vertreter stünden mit ihren nigerianischen Kollegen in Kontakt und wollten dabei helfen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, hieß es aus Washington.

Auch der Vatikan verurteilte den Anschlag in Mandalla. Es sei das Ergebnis eines „blinden und absurden Hasses“, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in Rom. Die katholische Kirche bete für alle Nigerianer, die „in diesen Tagen, die von Friede und Freude geprägt sein sollten, terroristischer Gewalt“ ausgesetzt seien. Die Täter wollten „noch mehr Hass säen und Verwirrung stiften“.

Nigeria ist mit etwa 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Im Süden leben hauptsächlich Christen, im Norden Muslime.

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