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Der Kriegsgrund hinter der Propaganda: In Somalia und vor seinen Küsten gibt es mit die größen unerschlossenen Öl- und Gasvorkommen der Welt

Januar 10, 2012

Al Shabaab Anhänger bei einer Rede in Mogadischu

Bild NZZ:  http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/somalia_failed_state_1.12120697.html

Die deutsche Regierung will in Somalia Soldaten zum „Antipiraten“-Einsatz an Land schicken. Kenianisches, äthiopisches und Militär aus Djibouti und ugandische und burundische Soldaten der Afrikanischen Union (beides enge Partner der USA) führen im Land Krieg, die USA tötet seit vielen Monaten mit unbemannten Flugkörpern und Frankreich beschießt das Land von Schiffen. Dass es nicht um den Sieg gegen brutale islamistische Milizen geht, war offensichtlich. Denn die brutalste islamistischste Diktatur der Welt, Saudi-Arabien, hat man ja selbst als Partner und rüstet sie militärisch aus. Um  die Bekämpfung des Hungers kann es auch nicht gehen: Dem Krieg fallen viele Hungernde und Kinder gerade zum Opfer. Den wahren Grund des Interesses an diesem Land  enthüllt der hochausgezeichnete australisch-englische Journalist, John Pilger: „Kein Wort davon allerdings, dass es in Somalia und im Nordwesten des Indischen  Ozeans Öl- und Gasvorkommen von der Größe des Kaspischen Meers gibt. Hier haben amerikanische Firmen bereits ihre Ansprüche angemeldet udn warten ungeduldig darauf, dass eine westlich orientierte Regierung das Ruder in die Hand nimmt. Für die Existenz von Stützpunkten der Al Kaida in Somlia liegen den Vereinigten Staaten keinerlei Beweise vor.

Nach dem Kalten Krieg, in dem der somalische Diktator Siad Barre abwechselnd vom Westen und Osten unterstützt wurde, brachte das Regime ohne die Unterstützung der Supermächte schnell zusammen. Die Clans der somalischen Clangesellschaft kämpften um die Vorherrschaft in Somalia. Der Versuch der USA und der Bundesrepublik unter dem Argument „Hilfe für die Hungernden“ im ölreichen Land Fuß zu fassen, schlug fehl.  Schnell konnten sie den Verlust von Soldaten in den Kämpfen nicht mehr rechtfertigen. Ein von Somaliern vieler Stämme aufgebaute Allianz, die islamischen Gerichtshöfe, stellten die Identität als Muslime in den Mittelpunkt, konnte damit das Clandenken aufweichen und den Krieg tatsächlich beenden. Eine kurze Phase der friedlichen Entwicklung drohte den Einfluss der westlichen Öl- und Gaswirtschaft endgültig unmöglich zu machen. Die USA finanzierten und unterstützen nun den Angriffskrieg Äthiopiens. Es marschierte ein und führte Krieg gegen Somalia und stürzte die Regierung. Nach großen Opfern, auch unter den Zivilisten, musste es sich zurückziehen. Die Jugendorganisation islamischen Gerichtshöfe, Al Shabaab, radikalisierte sich und sah allein im bewaffneten Kampf die Chance, Somalia gegen die ausländischen Wirtschaftsinteressen zu verteidigen. Der Westen suchte nun von außen eine Regierung aus Exilsomaliern einzusetzen mit Hilfe der Soldaten der Afrikanischen Union und einigen ihrer Mitglieder. Diese Regierung hat bis heute keinerlei demokratische Legitimation und kann nur mit Hilfe von Soldaten aus Burundi und Uganda und privater Sicherheitsdienste Teile von Mogadischu halten. Die USA griff mit Drohnenangriffen und gelegentlichen Bombenangriffen in die Kämpfe ein. Den größten Teil Zentral- und Südsomalias kontrolliert trotzdem weiter Al Shabaab. Ein für die westlichen Öl- und Gaskonzerne sicheres Investitionsumfeld war das nicht. Jetzt sind zwei mit den USA gut verbündete Länder in Somalia einmarschiert und führen Krieg. Keine UN hat ihnen dazu das Recht gegeben. Dieser Krieg ist deshalb völkerrechtswidrig. Aber niemand zieht sie zur Rechenschaft. Das Land wird weiter in Chaos gestürzt, die Entwicklung unmöglich, die Piraterie für einige der einzige Ausweg, Geld zu verdienen. Wie geht es weiter? Die Öl- und Gasvorkommen unter somalischer Kontrolle könnten dem Land eine Perspektive geben. Wenn man das wollte, wäre eine Friedens- und Entwicklungskonferenz mit allen Beteiligten für den Wiederaufbau des Landes der richtige Weg. Aber wer soll das durch setzen gegen die in der Welt noch dominierenden Interessen internationaler Rohstoffkonzerne und Länder, denen es um die Durchsetzung ihrer strategischen Vorherrschaft geht? Eine globale demokratische Bewegung, die sich die Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat, sollte diese Aufgabe stellen und das grauenhafte Leiden der Somalier endlich beenden helfen und ihr Recht, ihr Land nach ihrem Will zu gestalten!

Wolfgang Lieberknecht

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