Skip to content

Im ölreichen Nigeria streiken die Menschen, die in ihrer großen Mehrheit von weniger als 1,50 Euro am Tag leben müssen, viele ohne Strom und sauberes Trinkwasser: „Wie in Ägypten ist es Zeit das Land in unsere eigenen Hände zu nehmen“ Das Land wird von den Generälen und den internationalen Ölkonzernen kontrolliert – koordiniert vom englischen Botschafter, der früheren Kolonialmacht, die immer noch die Fäden zieht! (nachzulesen in Jean Ziegler, Der Hass auf den Westen)

Januar 9, 2012

Benzinstreik in Nigeria
Protest gegen Verdoppelung der Treibstoffpreise

Gesperrt: Ein Demonstrant auf einer leeren Brücke in Lagos. (Bild: Reuters/ Akintunde Akinleye)
Durch einen Proteststreik gegen die Verdoppelung der Treibstoffpreise ist das öffentliche Leben in Nigeria weitgehend lahmgelegt. In Lagos eröffnete die Polizei das Feuer auf Demonstranten. Es gab einen Toten.

(dapd) Der Demonstrant sei im Stadtteil Ogba in der Wirtschaftsmetropole Lagos getötet worden, sagte ein Augenzeuge. Später hätten Demonstranten die Leiche in einer Schubkarre durch die Strassen gefahren. Der Polizist, der die tödlichen Schüsse abgefeuert haben soll, sei festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Samuel Jinadu.

Die landesweiten Streiks und Proteste gegen die sprunghaft angestiegenen Benzinpreise legten am Montag weite Teile Nigerias lahm. Mehr als 10’000 Menschen marschierten durch die Strassen von Lagos und forderten von der Regierung, die zum Jahresanfang abgeschafften Subventionen für Benzin wieder einzuführen.

Einige der Demonstranten zapften Benzin aus Motorrädern ab und setzten Reifen in Brand. Andere schwenkten Plakate, die Präsident Goodluck Jonathan als Teufel zeigten, und forderten ihn zum Rücktritt auf. Auch in der Hauptstadt Abuja gingen Demonstranten auf die Strasse.

Durch das Ende der Subventionszahlungen der Regierung waren die Benzinpreise Anfang Januar von umgerechnet 35 Cent auf 74 Cent pro Liter gestiegen. Die meisten Nigerianer leben von etwa 1.50 Euro am Tag. Die Gewerkschaften kündigten an, den Streik trotz Verbots fortzusetzen, bis die Subventionierung der Ölpreise wieder eingeführt wird.
Finanzministerin warnt vor Schuldenfalle

Die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala sagte am Montag im Fernsehsender Channels TV, die bisherige Subventionierung sei über Kredite finanziert worden. «Griechenland ist dort, wo es jetzt ist, weil es über Jahre hinweg nicht das Richtige getan hat. Sie haben sich immer wieder Geld geliehen, um die Entwicklung zu finanzieren», sagte Okonjo-Iweala. «Wir können nicht weiterhin Kredite aufnehmen, um unsere Entwicklung zu finanzieren.»

Die Organisatoren riefen zu friedlichen Protesten auf, doch bereits am ersten Streiktag warfen Anhänger örtlicher Banden in Lagos Steine auf vorbeifahrende Autos und griffen die Fahrer an. In Kano im Norden Nigerias zündeten Demonstranten ein Polizeiauto an und marschierten auf den Sitz der örtlichen Verwaltung zu, wo Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen sie vorgingen. Dabei wurden 18 Menschen verletzt.
Korruption stoppt Entwicklung

Viele der Demonstranten protestierten nicht nur gegen die Anhebung der Treibstoffpreise, sondern auch gegen die seit Jahrzehnten endemische Korruption. Bei ihnen wächst der Ärger darüber, dass grosse Teile des Landes trotz des Ölreichtums immer noch ohne Strom und sauberes Trinkwasser auskommen müssen. «Es ist an der Zeit, Nigeria in unsere eigenen Hände zu nehmen», sagte einer der Demonstranten, Bola Adejobi. «Es ist in Ägypten geschehen, es ist in Libyen geschehen.»

Auch die fehlende Entschlossenheit der Regierung im Umgang mit den Anschlägen der radikalislamische Sekte Boko Haram wird von vielen Demonstranten angeprangert.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/benzinstreik_in_nigeria_1.14236926.html

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: