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Jede/r fünfte europäische Jugendliche ist arbeitslos – Arbeitslosenquote jetzt sogar über Spitzenwert nach der Krise 2008 – Immer größere Unterschiede zwischen den verschiedenen Euro-Ländern – Recht auf Arbeit in Europa für immer mehr nicht mehr existent

Januar 8, 2012

7. Januar 2012, Neue Zürcher Zeitung

Zunehmend grellere Kontraste im Euro-Raum

Trübes Klima und hohe Arbeitslosigkeit in der Peripherie

Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsklima und Detailhandelszahlen zeigen eine trübe Konjunktur im Euro-Raum. Das Muster «Starker Kern, schwache Peripherie» prägt auch die Arbeitsmärkte.

René Höltschi, Brüssel

Im Euro-Raum hat die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im November 10,3% betragen, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Damit blieb sie gegenüber Oktober unverändert, während sie um 0,3 Prozentpunkte über dem Wert desselben Vorjahresmonats lag. Die Zahl der Arbeitslosen hingegen ist gegenüber dem Vormonat um 45 000 Personen auf 16,37 Mio. gestiegen, doch war dies zu gering, um die Quote zu verändern. Auch in der ganzen EU (EU-27) blieb die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat unverändert, und zwar bei 9,8 (November 2010: 9,6)%, während die Zahl der Arbeitslosen leicht auf 23,67 Mio. Personen zulegte.

Spanien als Schlusslicht

Erneut gestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit, die im Berichtsmonat im Euro-Raum 21,7 (i. V. 20,6)% und in der EU-27 22,3 (21,0)% betragen hat. In beiden Wirtschaftsräumen liegen die Arbeitslosenquoten nun sogar eine Spur über den Spitzenwerten, die sie im Frühjahr 2010 im Gefolge der Wirtschaftskrise von 2008/09 erreicht haben; dazwischen sind sie nur leicht gesunken.

Zoom

Eher noch gewachsen sind im Jahresvergleich die Divergenzen zwischen den Euro-Staaten (vgl. Grafik). Das Spektrum reichte im November von einer Arbeitslosenquote von 4,0% in Österreich bis zu 22,9% in Spanien. Das in der Schuldenkrise dominante Muster «Starke Kernländer, schwache Peripherie» ist mit Abstrichen auch hier erkennbar: Österreich, die Niederlande, Luxemburg und Deutschland verzeichnen weit unterdurchschnittliche Arbeitslosenquoten, wobei diese in den Niederlanden und Luxemburg seit November 2010 leicht gestiegen und in den andern beiden Ländern gesunken sind.

Demgegenüber liegen Griechenland, Irland und Portugal und das ebenfalls mit Finanzproblemen kämpfende Spanien über dem Wert der Euro-Zone, und ihre Arbeitslosenquoten sind im Jahresvergleich gestiegen. Während ihre Austeritätspolitik die Situation kurzfristig zusätzlich belastet, dürften die eingeleiteten Strukturreformen unter anderem auf den Arbeitsmärkten erst mittelfristig Linderung bringen. Ebenfalls hoch ist die Arbeitslosigkeit in den neuen Euro-Staaten Slowakei und Estland, doch sind deren Quoten im Jahresvergleich gesunken. Nur im Mittelfeld, noch hinter Italien, liegt Frankreich.

Schwindendes Vertrauen

Neben den Arbeitslosenzahlen bestätigen weitere am Freitag veröffentlichte Konjunkturdaten das trübe Klima in Europa. So ist das Absatzvolumen im Einzelhandel laut Eurostat im November gegenüber Oktober im Euro-Raum um 0,8% und in der EU-27 um 0,6% gefallen. Das von der EU-Kommission ermittelte Wirtschaftsklima hat sich weiter eingetrübt: Der Index für das Vertrauen der Wirtschaftsteilnehmer ging im Dezember gegenüber November im Euro-Raum um 0,5 Punkte auf 93,3 und in der EU-27 um 0,8 Punkte auf 92,0 zurück, wobei die Stimmung im Dienstleistungssektor, im Detailhandel und bei den Konsumenten sank und in Industrie und Bau etwa stabil blieb. Der Lichtblick: Das separat ermittelte Geschäftsklima verbesserte sich im Dezember erstmals seit zehn Monaten.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/zunehmend_grellere_kontraste_im_euro-raum_1.14171741.html

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