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Schweizer Banker angeklagt wegen Verschwörung gegen die USA: Sie sollen mit klarem Geschäftsmodell bei der Steuerhinterziehung reicher Amerikaner geholfen haben, u.a. Beratung bei der Gründung von Scheinfirmen in Panama und Nevis – Es geht um Hunderte Millionen

Januar 4, 2012

Drei Wegelin-Kundenberater in den USA angeklagt
Verschwörung gegen die USA vorgeworfen – Bei Steuerhinterziehung geholfen

Die amerikanischen Behörden erhöhen im Steuerstreit den Druck auf die Schweizer Banken. Die New Yorker Staatsanwaltschaft klagt drei Schweizer Banker wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung an.

Von Christoph Eisenring, Washington

Die Bank wird in der Anklage vor einem Bezirksgericht in New York nicht namentlich erwähnt, doch lässt sich aus den Namen der Angeklagten der Bezug zu Wegelin herstellen. Im Vordergrund der Anklage steht der Vorwurf, die Banker hätten Dutzenden von Kunden geholfen, ihr unversteuertes Geld in den Jahren 2008 und 2009 von der UBS und einer anderen Schweizer Grossbank zu Wegelin zu transferieren. Bei dieser dürfte es sich um die Credit Suisse handeln.
Beim Gründen von Scheinfirmen geholfen

Die Schweizer Angeklagten im Alter zwischen 41 und 51 Jahren hätten dabei mit den US-Kunden per Telefon und E-Mail korrespondiert oder diesen Werbematerial in die USA geschickt. Ferner hätten sie den Kunden Dienste vermittelt, um Scheinfirmen in Panama oder Nevis zu gründen, die als Eigentümer der Konti fungierten. Die 46-seitige Anklageschrift führt Wegelin-Kundenbeziehungen mit den Buchstaben von A bis W auf.

Das Anwerben ehemaliger Grossbankkunden sei ein bewusster Entscheid der geschäftsführenden Partner der Bank gewesen, heisst es in der Anklageschrift weiter. Das Institut habe davon profitieren wollen, dass viele amerikanische UBS-Kunden nach einem neuen Hafen für ihre unversteuerten Gelder suchten, nachdem in den USA Ermittlungen gegen die UBS aufgenommen worden waren.

So seien die Berater trainiert worden, in Kundengesprächen die richtigen Verkaufsargumente einzusetzen. So sollten sie darauf hinweisen, dass die Bank keine Filialen im Ausland habe, was sie weniger angreifbar mache, und dass es sich um ein diskretes Institut handle, das nicht in den Medien präsent sei.
Über eine Milliarde Schwarzgeld verwaltet

Das Anwerben neuer US-Klienten wurde laut Anklage aber Mitte 2009 eingestellt. Im August 2011 habe das Institut seine amerikanischen Kunden schliesslich darüber informiert, man werde ab Januar 2012 keine Amerikaner mehr betreuen. Die Bank hat laut Anklage 2005 rund 240 Mio. Dollar an Geldern von US-Kunden verwaltet, die nicht deklariert worden sind. Bis 2010 sei diese Summe auf 1,2 Mrd. angestiegen.

Die Informationen für die Anklage dürfte die Staatsanwaltschaft vor allem durch das freiwillige Meldeverfahren der amerikanischen Steuerbehörde erhalten haben. An einem ersten solchen Programm hatten sich bis Oktober 2009 rund 15’000 Steuerpflichtige beteiligt.
Angeklagte weiter bei Wegelin tätig

(sda/Reuters) Die Bank Wegelin erklärte in ihrer Stellungnahme vom Mittwoch, die drei Angeklagten hätten während der fraglichen Zeit in der Schweiz gearbeitet. Die betroffenen Mitarbeiter sind weiterhin für die Privatbank tätig.

Wegelin hat in der Zwischenzeit das Geschäft mit amerikanischen Kunden vollständig aufgegeben. Die Bank sei weiterhin daran interessiert, zur Klärung der Angelegenheit mit früheren US-Kunden beizutragen. Sie habe ihre Rechtsvertreter in den USA ermächtigt, entsprechende Verhandlungen mit den US-Justizbehörden zu führen.

Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber von Wegelin & Co., ist Verwaltungsratspräsident der Neuen Zürcher Zeitung.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/usa_anklage_bankmitarbeiter_wegelin_steuerhinterziehung_1.14088006.html

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