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Weinachten in Afrika: Ein afrikanischer Gottesdienst an Weihnachten ist ein echtes Erlebnis. Auf jeden Fall lebendiger als jede Messe zu Hause in Deutschland. Da vergesse ich gerne, dass weiße Weihnachten unterm Tannenbaum diesmal ausfallen.

Dezember 25, 2011

 

Weihnachten in Afrika

Muezzin statt Marzipan

Die Korrespondenten der ARD sind weltweit im Einsatz. Manche verbringen das Weihnachtsfest zu Hause in Deutschland, manche aber auch an ihrem Arbeitsort – beispielsweise im muslimischen Marokko. Doch wie wird Weihnachten dort gefeiert oder in den afrikanischen Tropen?

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Minarett (Foto: REUTERS)Großansicht des BildesStatt Glockenläuten ruft der Muezzin.Es sind nicht die Glocken, die Heiligabend zur Christmette rufen, aber auf die könnte ich in Rabat auch lange warten. In Marokkos Hauptstadt ist es wie überall in der muslimischen Welt – der Muezzin tönt vom Minarett, das christliche Weihnachten spielt eigentlich keine Rolle. Und deshalb fliegen die meisten Ausländer über den Jahreswechsel nach Hause, denn Marokko ist weihnachtliches Niemandsland. Aber trotz aller Widrigkeiten, es gibt sie doch: die marokkanische Weihnachtsromantik. Man muss nur ganz fest dran glauben!

Und man muss sich zu helfen wissen: Ich bastel mir eine Weihnachts-Hitparade auf Youtube und erstehe im Supermarkt einen schicken und vor allem praktischen Plastik-Weihnachtsbaum zum Selberbauen – die gibt es extra für die da gebliebenen Europäer. Den Gänsebraten ersetze ich durch eine leckere Lamm-Tajine und verwandle den marokkanischen Cabernet Sauvignon mit Zimt, Nelken und Koriander in Glühwein.

Audio: Muezzin statt Marzipan – Weihnachten in Afrika

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AudioAlexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat21.12.2011 12:27 | 3’47

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Außerdem ist Hochsaison für Weihnachtsobst: Orangen, Mandarinen und Clementinen schmecken nie so gut wie im Dezember. Also lukullisch betrachtet alles kein Problem. Sogar eine Heilige Messe gibt es in der Kathedrale von Rabat. Sehr vielsprachig und vor allem afrikanisch geht es da zu, die meisten Schwarzafrikaner in Marokko sind Botschaftsmitarbeiter – und Christen.

Ein Obsthändler wartet in Damaskus auf Kunden. (Foto: dapd)Großansicht des BildesBestes Weihnachtsobst beim Mann auf dem Markt.

Bei 35 Grad kaum Appetit auf Zimtsterne

Auch wenn Afrika südlich der Sahara eher christlich geprägt ist: Wer ein paar tausend Kilometer südlich von Marokko so richtig in Weihnachtsstimmung kommen will, der hat es schon schwerer. In der tropischen Elfenbeinküste zum Beispiel lassen die feuchtheißen 35 Grad im Schatten das Hemd am Körper kleben. Da vergeht die Lust auf Zimtsterne und Kaminfeuer schnell.

Ein Südafrika hat Elchkopfschmuck aufgesetzt. (Foto: dapd)Großansicht des BildesEin Elch in SüdafrikaAber Weihnachten muss auch dort nicht ausfallen. Das klingt ziemlich künstlich, ist es auch. Und die Weihnachtsmusik kommt eben wie so vieles in Afrika aus der Dose, genauer gesagt aus dem Bauch eines kleinen Plastikweihnachtsmanns. Den gibt es in den Straßen von Abidjan überall zu kaufen, in den vielen Geschäften für Weihnachtskitsch, alles made in China.

Der Renner sind in Abidjan die aufblasbaren, drei Meter hohen großen Brüder der kleinen singenden Weihnachtsmänner. Sie haben einen weißen Bart und einen roten Mantel – und schwarze Haut.

Afrikanischer Gottesdienst – ein echtes Erlebnis

Es gibt aber auch noch das andere Weihnachten in den vielen Kirchen. Ein afrikanischer Gottesdienst an Weihnachten ist ein echtes Erlebnis. Auf jeden Fall lebendiger als jede Messe zu Hause in Deutschland. Da vergesse ich gerne, dass weiße Weihnachten unterm Tannenbaum diesmal ausfallen.

Stattdessen werde ich vielleicht mit verschwitztem Hemd unter Palmen beim Weihnachtsessen sitzen.  Am Strand, bei Bier, Poulet braisé und gebackenen  Bananen. Ja, Weihnachten funktioniert in Afrika. Wie gesagt – man muss nur ganz fest dran glauben.

http://www.tagesschau.de/ausland/weihnachtafrika100.html

From → Afrika, Kultur

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