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Friedensforscher Johann Galtungs neues Buch zeigt, wie man Frieden erarbeiten kann: „100 Lösungsszenarien für Konflikte in aller Welt!“ nach dem von ihm entwickelten „Diagnose-Prognose-Therapie-Ansatz“: Beispiel: Von 1942 bis ’95 stritten Ecuador und Peru um ein nicht mittels klarer Grenzen zwischen beiden Ländern aufgeteiltes Gebiet. Als Vermittler angerufen, schlug der Friedensforscher als Lösungsmöglichkeit vor, das Land ab sofort gemeinsam zu nutzen. So geschah es! Liebe Eritreer und Äthiopier – bitte macht es genauso, nachdem ihr schon so viele junger Menschen in eurem Grenzstreit verloren habt und heute die Gelder gegen die Armut für Aufrüstung nutzt, um eine militärische Lösung zu finden!

Dezember 25, 2011

Kreativ Frieden schaffen

Johan Galtung stellt am Grenzach-Wyhlener Galtung-Institut sein neustes Buch vor.

  1. Johan Galtung (vorne) und seine Mitarbeiter Naakow Grant-Hayford und Erika Degortes Foto: Annette Mahro

GRENZACH-WYHLEN. Sein jüngstes Buch „100 Lösungsszenarien für Konflikte in aller Welt“ hat der Friedensforscher Johan Galtung am Montag in Grenzach-Wyhlen vorgestellt. Der 81-jährige gebürtige Osloer, der hier erst im Frühjahr das nach ihm benannte „Galtung-Institut für Friedenstheorie und Praxis“ eingerichtet hat, stellt in dem Band, dem noch zwei weitere Folgen sollen, 100 über den ganzen Globus verteilte jeweils konkrete politische und private Konfliktszenarien vor sowie seine für sie gefundenen Lösungen.

Galtung, der weltweit zahlreiche Professuren innehatte, unter anderem 1969 erster Inhaber des Lehrstuhls für Friedensforschung an der Universität Oslo war, mehrere Ehrendoktortitel trägt und 1988 auch den von Jakob von Uexküll initiierten sogenannten alternativen Nobelpreis erhalten hat, hält weiterhin an seiner Berufung fest und lehrt und arbeitet als Mediator. In seinem zuletzt vorgelegten Buch – seinem 151. – beschreibt er den von ihm entwickelten „Diagnose-Prognose-Therapie-Ansatz“. Im ersten Schritt wird dabei der Konflikt entsprechend den Erkenntnissen des Mediators benannt, der aus zwei in aller Regel gegensätzlichen Zielen erwächst. In der Prognose gilt es zu verstehen, wohin sich die beiden Parteien entwickeln wollen, während es in der dritten Phase zu einem Lösungsvorschlag kommt, der optimalerweise das positive Potenzial der Konfliktparteien kreativ kombiniert.

Als eines von vielen Beispielen benennt Galtung einen Streit, der von 1942 bis ’95 zwischen Ecuador und Peru um einen nicht mittels klarer Grenzen zwischen beiden Ländern aufgeteiltes Gebiet schwelte. Das Ziel der Kontrahenten war es jeweils, den gesamten Landstrich dem eigenen Territorium zuzuschlagen, eine Grenzziehung in der Mitte war dagegen mehrfach abgelehnt worden. Als Vermittler angerufen, schlug der Friedensforscher nun eine alternative Lösungsmöglichkeit vor, die darin bestand, das Land ab sofort gemeinsam zu nutzen. Heute würden dort regelmäßig Märkte abgehalten, so Galtung, deren Angebot insbesondere diejenigen Waren des einen Landes, die man im anderen nicht erhalte, und umgekehrt umfasse, was nicht nur für Frieden gesorgt, sondern zusätzlich die Wirtschaft der Region angekurbelt habe.

Als Konfliktberater hat Galtung nach eigenen Angaben in mehr als 150 internationalen Konflikten vermittelt und möchte das neben seiner Vortrags- und Lehrtätigkeit auch weiterhin tun. Weshalb er sich als Sitz für sein Institut ausgerechnet Grenzach-Wyhlen ausgesucht hat? Der Friedensforscher, der in Frankreich nahe der Schweizer Grenze zu Genf wohnt, ist ebenfalls aktiv in der Basler „World Peace Academy“. Grenzach-Wyhlen nennt er lächelnd Basel-Deutschland. „Ich hätte auch nach Basel-Schweiz oder Basel-Frankreich gehen können.“ Das Institut mit derzeit drei Mitarbeitern finanziere sich aus den Einnahmen aus Publikationen und Seminaren.

Johan Galtung, Lösungsszenarien für 100 Konflikte in aller Welt – Der Diagnose-Prognose-Therapie-Ansatz, 272 Seiten, Tectum, ISBN 3828828310, erhältlich im Eigenvertrieb. Kontakt zum Galtung-Institut: http://www.galtung-institut.de 07624/9129 137
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