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Schwedische Journalisten in Äthiopien verurteilt: Sie wollten über den Menschenrechtsverletzungen des Regimes im Ogaden berichten! Amnesty International fordert die Freilassung! Die beiden wollten den Geschäften der Firma African Oil nachspüren, die im umkämpften Ogaden Öl fördert und an der die schwedische Unternehmerfamilie Lundin beteiligt ist. Sie versuchten in die Krisenprovinz Ogaden vorzudringen, die vom äthiopischen Regime abgeriegelt wird.

Dezember 22, 2011

Schwedische Journalisten wegen „terroristischer Aktivitäten“ verurteilt
21. Dezember 2011 16:36

Fotos: EPA/KONTINGENT AGENCY/HANDOUT

Die beiden Schweden Johan Persson und Martin Schibbye.

Illegal eingereist, um Menschenrechtsverletzungen zu recherchieren

Stockholm/Addis Abeba – Ein äthiopisches Gericht hat zwei schwedische Journalisten wegen terroristischer Aktivitäten und illegalen Grenzübertritts verurteilt. Das Strafmaß gegen den Reporter Martin Schibbye und den Fotografen Johan Persson soll am kommenden Dienstag in Addis Abeba verkündet werden, wie Stockholmer Medien am Mittwoch berichteten. Die Staatsanwaltschaft habe jeweils mindestens 15 Jahre Haft beantragt.

Die beiden Männer waren im Juli in der Unruheprovinz Ogaden festgenommen worden, wo sie nach eigener Aussage zu Berichten über Menschenrechtsverletzungen recherchieren wollten. Sie hatten vor Gericht zugegeben, dass sie nach Äthiopien von Somalia aus illegal eingereist seien, bestritten aber alle Vorwürfe wegen terroristischer Aktivitäten.

Bei ihrer Festnahme waren sie zusammen mit Angehörigen der separatistischen „Ogaden National Liberation Front“ (ONLF) unterwegs. Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt erklärte in Stockholm, seine Regierung sei wegen des Falls in Kontakt mit den Behörden in Äthiopien. Er sagte weiter: „Wir waren immer der Meinung, dass die beiden in journalistischem Auftrag im Land gewesen sind. Sie sollten so bald wie möglich freigelassen werden.“

Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und Schwedens Journalistenverband setzen sich für die Freilassung ein. Persson und Schibbye können entweder Berufung einlegen oder sofort ein Gnadengesuch bei der Regierung in Addis Abeba einreichen. (APA)

http://derstandard.at/1324411003120/Schwedische-Journalisten-wegen-terroristischer-Aktivitaeten-verurteilt

Schibbye und Persson waren im Juni ohne Visum nach Äthiopien gereist. Mit einer Einheit der Rebellengruppe ONLF versuchten sie, in die Krisenprovinz Ogaden vorzudringen, die vom äthiopischen Regime abgeriegelt wird. Hinter der Grenze wurden Schibbye und Persson von Regierungstruppen gefasst. Die beiden wollten den Geschäften der Firma African Oil nachspüren, die im umkämpften Ogaden Öl fördert und an der die schwedische Unternehmerfamilie Lundin beteiligt ist.

Mehrere schwedische Redaktionen bestätigen auch, dass die freien Journalisten die Story vor ihrer Abreise angeboten haben. Das äthiopische Gericht hielt es laut Urteil dennoch für ‚unwahrscheinlich‘, dass die beiden zu Recherchezwecken mit den Rebellen unterwegs waren. Das Strafmaß soll erst nächste Woche bekannt gegeben werden. Die Angeklagten rechnen offenbar mit weiteren Verhandlungen: ‚Es wird noch mehrere Runden geben‘, raunte Schibbye am Mittwoch schwedischen Berichterstattern im Gerichtssaal zu, bevor er abgeführt wurde. Neben Angehörigen der Angeklagten waren auch zahlreiche Pressevertreter aus Stockholm zur Urteilsverkündung angereist. Der Fall hat in Schweden zu massiver Kritik an Außenminister Carl Bildt geführt. Ihm wird vorgeworfen, nicht genug für die Freilassung der Journalisten getan zu haben. Für Bildt ist die Sache auch deshalb unangenehm, weil so seine Verbindungen zum Lundin-Konzern wieder in die Schlagzeilen geraten sind. Er war dort vor seiner Zeit als Minister Aufsichtsrat.GUNNAR HERRMANN

From → Äthiopien, Schweden

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