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ÄGYPTISCHER MILITÄRGENERAL: „Demonstranten verdienen es in Hitlers Öfen zu verbrennen“ – 2000 Frauen demonstrierten gegen die Übergriffe und die Gewalt des Militärs.

Dezember 21, 2011

ÄGYPTISCHER MILITÄRGENERAL

„Demonstranten verdienen es in Hitlers Öfen zu verbrennen“

21. Dezember 2011 13:58
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    Foto: APA/Omar

    2000 Frauen demonstrierten gegen die Übergriffe und die Gewalt des Militärs.

  • Militärrat entschuldigt sich für Gewalt gegen Frauen – 2000 Demonstrantinnen protestierten in Kairo gegen Übergriffe

Ein General des ägyptischen Militärs, Abdel Moneim Kato, ließ in der ägyptischen Zeitung „Al-Shorouk“ die Öffentlichkeit und insbesondere die Protestierenden vor den Regierungsgebäuden wissen, dass er sie gerne anderswo als auf den Straßen Kairo sehen würde. Wortwörtlich soll er mit Bezug auf die Aufstände gesagt haben, dass das Land sich lieber um den Wohlstand des Landes sorgen sollte als „um die Tyrannen auf den Straßen, die es verdienen würden in Hitlers Öfen zu verbrennen.“ General Kato versuchte auch die exzessive Gewalt des Militärs zu rechtfertigen und kritisierte gleichzeitig die Rollder Medien: „Die Medien versuchen immer die tatsächlichen Probleme zu verschweigen. Wann haben die Soldaten Gewalt angewendet? Als die Protestierenden versuchten das Parlament anzuzünden.“

Diese Aussagen könnten dem General teuer zu stehen kommen, da sie laut ägyptischen Medienbeobachtern für eine Anklage vor dem internationalen Gerichtshof reichen. Mohamed ElBaradei, Anwärter auf den Posten des ägyptischen Präsidenten, verurteilte die Aussagen auf Twitter. Er schrieb: „Leute wie Kato sollten im Gefängnis sein, nicht an der Macht.“

Militärrat will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Der Oberste Militärrat hingegen hat sich nach der internationalen Kritik am brutalen Vorgehen der ägyptischen Sicherheitskräfte gegen Frauen für die Vorfälle entschuldigt. Die Armee werde die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, erklärte der Rat am Dienstagabend. Einige Stunden zuvor demonstrierten in Kairo etwa 2000 Frauen gegen die Übergriffe.

Für Empörung hatte zuletzt ein Video im InternetportalYouTube (derStandard.at berichtete) gesorgt, in dem zu sehen ist, wie Soldaten eine verschleierte Frau schlagen, über den Boden schleifen und sie dabei bis auf den BH entblößen. Das Militär hatte den Vorfall eingeräumt. General Adel Emara vom regierenden Militärrat versuchte am Montag, das Verhalten der Soldaten zu rechtfertigen. „Man muss sich die Umstände anschauen“, erklärte er und sicherte eine Untersuchung zu.

Auf anderen Bildern in sozialen Netzwerken im Internet war beispielsweise zu sehen, wie ein Militärpolizist eine weinende ältere Frau mit einem Schlagstock bedroht. Die unabhängige Tageszeitung „Tahrir“ veröffentlichte ein Foto, auf dem ein Soldat eine Frau an den Haaren zieht, während ein anderer über ihr einen Schlagstock hebt.

UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay verurteilte die „brutale Unterdrückung“ der Demonstranten. Eine Gruppe kürzlich gewählter Abgeordneter der am 28. November begonnenen und in Etappen abgehaltenen Parlamentswahl forderte mit einer Sitzblockade vor dem Obersten Gerichtshof ein Ende der Gewalt gegen Demonstranten sowie eine Untersuchung.

Sicherheitskräfte und Demonstranten lieferten sich am Dienstag erneut gewaltsame Auseinandersetzungen. Bei den Zusammenstößen auf dem Tahrir-Platz in Kairo wurden vier Menschen verletzt, wie ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums im Staatsfernsehen sagte. Ein Rettungskoordinator der Demonstranten sagte, vier Menschen seien getötet worden. Augenzeugen berichteten, bei den Auseinandersetzungen seien Steine geworfen worden und Schüsse gefallen. Im Verlauf des Vormittags beruhigte sich die Situation zunächst wieder.

Die Demonstranten fordern die Ablösung des vom Obersten Militärrat eingesetzten Ministerpräsidenten Kamal al-Ganzouri und die Machtübergabe an eine demokratisch legitimierte Zivilregierung. Seit Freitag wurden bei den Protesten nach jüngsten amtlichen Angaben mindestens 13 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt. (APA/red/derStandard.at)

http://derstandard.at/1324410932851/Aegyptischer-Militaergeneral-Demonstranten-verdienen-es-in-Hitlers-Oefen-zu-verbrennen

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