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Demokratie-Aktivist Hani Schukralla via Twitter: „Der Oberste Militärrat ertränkt Ägyptens Revolution im Blut. Es zeichnet sich eine Allianz der Konterrevolutionäre ab: Militär, Polizei, Islamisten und die Überbleibsel des Regimes von Husni Mubarak.“

Dezember 18, 2011

Samstag, 17. Dezember 2011

Gewalt eskaliert in ÄgyptenZahl der Toten in Kairo steigt

Die Straßenschlachten in Ägyptens Hauptstadt nehmen an Gewalt zu. Die Zahl der Toten und Verletzten wächst. Demonstranten und Militärregierung geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation.

Bei den schwersten Ausschreitungen seit Wochen sind in Kairo neun Menschen getötet worden. Das Gesundheitsministerium meldete, etwa 300 Menschen seien verletzt worden. Demonstranten setzten nach Angaben der Sicherheitskräfte zwei Gebäude in Brand. Die Militärpolizei räumte zwei Lager der Protestbewegung am Tahrir-Platz und vor dem Kabinettsgebäude mit Gewalt. Sie nahm zahlreiche Demonstranten fest und verlegte anschließend Stacheldraht.

Die Militärs gaben den Demonstranten die Schuld an der neuen Eskalation. Die Protestierenden, die seit drei Wochen vor dem Kabinett campierten, hätten einen Offizier der Militärpolizei verschleppt. Aktivisten erklärten dagegen, sie seien zuerst attackiert worden.

Willkürliche Festnahme von Parteimitgliedern?

Der in Kairo gerade erst ins Parlament gewählte Jungrevolutionär Mustafa al-Naggar sagte der Nachrichtenwebsite „Al-Youm7“, die Militärpolizei habe vor dem Büro seiner Al-Adl-Partei in einem Viertel nahe dem Tahrir-Platz willkürlich acht Parteimitglieder festgenommen.

Der ägyptische Journalist und Demokratie-Aktivist Hani Schukralla erklärte via Twitter: „Der Oberste Militärrat ertränkt Ägyptens Revolution im Blut. Es zeichnet sich eine Allianz der Konterrevolutionäre ab: Militär, Polizei, Islamisten und die Überbleibsel des Regimes von Husni Mubarak.“

Die Proteste richten sich gegen den Militärrat, der nach dem Sturz Mubaraks im Februar die Macht übernommen hatte. Die Demonstranten vor dem Kabinettsgebäude hatten zudem verhindern wollen, dass die vom Militärrat eingesetzte Übergangsregierung von Ministerpräsident Kamal al-Gansuri dort ihre Arbeit aufnimmt. Die Demonstranten forderten seine Ablösung sowie die rasche Machtübergabe vom Militär an eine gewählte Zivilregierung.

„Das ist keine Revolution, sondern eine Konterrevolution“

Gansuri sagte, die Akteure der neuen Proteste in Kairo seien „nicht die jungen Leute der Revolution“, die zum Sturz Mubaraksl geführt habe. „Das ist keine Revolution, sondern eine Konterrevolution“, ergänzte er. „Eingeschleuste Elemente“ hätten 18 Menschen durch Schüsse verletzt, sagte Gansuri. Weder die Polizei noch das Militär hätten das Feuer auf Demonstranten eröffnet.

Bei Demonstrationen gegen den Militärrat waren Ende November mehr als 40 Menschen getötet worden. Einige Tage später begann die Parlamentswahl, bei der sich ein Sieg islamistischer Parteien abzeichnet. Die Wahlen zum Unter- und Oberhaus sollen bis März abgeschlossen sein. Bis Ende Juni soll ein neuer Präsident gewählt werden, dann will das Militär die Macht abgeben.

http://www.n-tv.de/politik/Zahl-der-Toten-in-Kairo-steigt-article5023276.html

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