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2011 verloren 320.000 Griechinnen und Griechen ihren Arbeitsplatz – die Regierung will bis zum Jahr 2015 weitere 150.000 Beschäftigte des öffentlichen Diensts entlassen – in Athen ist die Zahl der Obdachlosen um 20 Prozent gestiegen – immer mehr können nur noch dank öffentlicher Suppenküchen überleben! Die Wirtschaftsleistung sinkt um 5,5 Prozent – Regierungschef Papadimos das ist die «schlimmsten Rezession» unserer Geschichte

Dezember 18, 2011

Steigende Armut in Griechenland
Rund 20 Prozent mehr Obdachlose in der Hauptstadt Athen


Ein Obdachloser schläft in Athen auf einer Parkbank. (Bild: Reuters)
Wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise leben im hoch verschuldeten Griechenland nach Angaben von Politikern und Sozialverbänden immer mehr Menschen in Arbeitslosigkeit und Armut.

(sda) Griechenland ist mit einer steigenden Armut konfrontiert. In der Hauptstadt Athen sei die Zahl der Obdachlosen im Jahr 2011 um 20 Prozent gestiegen, zitiert die Tageszeitung «Ethnos» in ihrer Samstagsausgabe Bürgermeister Giorgos Kaminis. Auch in den Suppenküchen der Stadt habe die Nachfrage um 15 Prozent zugenommen. Angesichts der Lage forderte Kaminis mehr finanzielle Hilfen des Staates.

Auch der Chef der kirchlichen Armenhilfe, Chrysostomos Simeonidis, sagte der Zeitung, es seien immer mehr Menschen auf Gratis-Essensausgaben angewiesen. Landesweit gebe seine Organisation pro Woche etwa 250’000 Mahlzeiten aus.

Nach offiziellen Angaben verloren während des vergangenen Jahres rund 320’000 Griechinnen und Griechen ihre Arbeit. Die Gewerkschaften warnen, dass die Arbeitslosenquote schon bald die 20-Prozent-Marke übersteigen könnte.

Das angeschlagene Griechenland erhält von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds umfangreiche Finanzhilfen. Im Gegenzug soll das Land seine Staatsschulden reduzieren. Dazu will die Regierung unter anderem bis zum Jahr 2015 rund 150’000 Beschäftigte des öffentlichen Diensts entlassen.

Nach Ansicht von Regierungschef Lucas Papadimos befindet sich das Land in der «schlimmsten Rezession» seiner Geschichte. Das Bruttoinlandprodukt werde im laufenden Jahr um 5,5 Prozent sinken, hatte Papadimos Mitte der Woche vor Unternehmern in Athen erklärt.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/griechenland_1.13689441.html

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