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Zehn Prozent der Beschäftigten sind Leiharbeiter – Leiharbeit wird nicht nur zur Abdeckung von Auftragsspitzen eingesetzt. Mehr als 60 Prozent der Leiharbeiter werden ein halbes Jahr und länger in den Betrieben beschäftigt.Leiharbeit wird häufig eingesetzt, um auf Kosten der Beschäftigten zu sparen. Fast jedes dritte Unternehmen setzt Werkverträge ein: Auch bei ihnen gibt es einen großen Anteil an Fachkräften, die meist deutlich schlechter als die Stammbeschäftigten bezahlt werden.

Dezember 17, 2011
15.12.2011 | Studie der IG Metall Küste

Zehn Prozent der Beschäftigten sind Leiharbeiter

Dock im Hamburger Hafen© savani / photocase.com

Leiharbeit hat in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ein Höchstmaß erreicht. Jeder zehnte Beschäftigte ist Leiharbeiter und wird häufig längerfristig beschäftigt. Das ist das Ergebnis einer Betriebsrätebefragung der IG Metall Küste. In den Tarifverhandlungen verhandelt die IG Metall auch über die Themen Leiharbeit und Werkverträge.

Mit durchschnittlich zehn Prozent hat sich die Leiharbeit zu einem festen Bestandteil der Gesamtbeschäftigung entwickelt“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken.

Er kündigte an, dies zum Thema in der anstehenden Tarifrunde zu machen: „Wir müssen die Leiharbeit begrenzen und die Mitbestimmung ausbauen, damit wir langfristig Arbeitsplätze mit Zukunft sichern.“

Nach der Befragung, an der sich Betriebsräte aus 99 Betrieben mit insgesamt 40.000 Beschäftigten beteiligten, wird Leiharbeit nicht nur zur Abdeckung von Auftragsspitzen eingesetzt. Mehr als 60 Prozent der Leiharbeiter werden ein halbes Jahr und länger in den Betrieben beschäftigt.

Bemerkenswert auch: 65 Prozent der Leiharbeiter sind Fachkräfte, teilweise auch mit akademischen Abschlüssen. „Leiharbeit wird häufig eingesetzt, um auf Kosten der Beschäftigten zu sparen. Der Grundsatz „Gleiche Arbeit – gleiches Geld“ gilt nur in weniger als einem Viertel der Unternehmen“, kritisierte IG Metall-Bezirksleiter Geiken.

 

Fast jedes dritte Unternehmen setzt Werkverträge ein

 Mit Sorge sieht die Gewerkschaft, dass in mehr als 30 Prozent der Betriebe Werkverträge eingesetzt und dadurch Stammbelegschaften verdrängt werden. Betroffen sind vor allem die Werften und die Automobilindustrie.

Fremdfirmen werden insbesondere in der Fertigung sowie in Konstruktion und Entwicklung eingesetzt. Auch bei ihnen gibt es einen großen Anteil an Fachkräften, die meist deutlich schlechter als die Stammbeschäftigten bezahlt werden“, erklärte Geiken.

Deshalb fordere die IG Metall in der Tarifrunde, Werkverträge zu begrenzen sowie die Informations- und Mitwirkungsrechte der Betriebsräte zu stärken.

Neben Leiharbeit und Werkverträgen macht die IG Metall die unbefristete Übernahme für Auszubildende und Einstiegsqualifizierungen für Jugendliche in der Tarifrunde zum Thema. Mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall ist dazu im Januar ein weiteres Gespräch geplant.

Über die Lohnforderung wird im Februar entschieden. „Bei allen Unwägbarkeiten: Die aktuellen Daten stimmen mich zuversichtlich. Da müsste genug Spiel für eine vernünftige Lohnerhöhung sein“, sagte Geiken. Die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie laufen Ende März aus.

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