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Proteste der Ölarbeiter Blutbad mit 70 Toten in Kasachstan? Die Diktatur und Partner der deutschen, vieler westlicher und auch Russlands Elite hat eine Nachrichtensperre verhängt!

Dezember 17, 2011

Proteste der Ölarbeiter

Blutbad mit 70 Toten in Kasachstan?

Nach Unruhen in der Stadt Schanaosen in Kasachstan ist eine Nachrichtensperre verhängt worden. Nach offiziellen Angaben wurden bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei zehn Menschen getötet. Augenzeugen berichten hingegen von einem Blutbad mit 70 Opfern.

Von Hermann Krause, ARD-Hörfunkstudio Moskau

Noch ist unklar, was wirklich im Südwesten Kasachstans in der Stadt Schanaosen, nicht weit entfernt vom Kaspischen Meer, geschah. Im Moment sind alle Internet-Verbindungen gekappt, die Telefonleitungen unterbrochen, eine Nachrichtensperre wurde verhängt.

Screenshot vom TV-Sender "K-Plus", der Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten in Schanaosen zeigte. Screenshot vom TV-Sender „K-Plus“, der Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten in Schanaosen zeigte.

Menschenrechtsgruppen sprechen von einem Blutbad, das Sondereinheiten des Innenministeriums am Freitag verübt haben sollen. So hätten Soldaten mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten geschossen. 70 Menschen seien tot, über 500 verletzt, berichten laut unabhängigen Medien mehrere Augenzeugen.

Einer der streikenden Ölarbeiter berichtete, er habe 15 bis 20 Menschen gesehen, die erschossen worden seien. „Die Miliz hat scharf geschossen. Nun sind auch Omon-Truppen des Innenministerium gekommen, sie schießen aus Maschinenpistolen. Die Menschen sind im Stadtzentrum, alle sind unterwegs.“

Mehrere Gebäude in Flammen

Seit Monaten brodelt es in der Region. Immer wieder haben Ölarbeiter höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gefordert, manche haben sogar monatelang kein Lohn erhalten.

Als Folge zogen am Freitag Tausende von Arbeitern vor das Verwaltungsgebäude des staatlichen Ölkonzerns „OzenMunaiGas“. Als man versuchte, sie zu vertreiben, kam es zu ersten Auseinandersetzungen. Am Ende standen das Verwaltungsgebäude, ein Hotel und ein Regierungshaus in Flammen.

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© 2011 Microsoft Corporation © 2010 NAVTEQ
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Großansicht der KarteSchanaosen liegt etwa 2000 Kilometer von Asatana entfernt.

Nach dem brutalen Vorgehen der Sicherheitskräfte solidarisierten sich angeblich auch Arbeiter anderer Städte. „Wir versammeln uns hier auf dem Platz Ajtymak“, berichtet ein Arbeiter. „Etwa 100 Mann – es sind sehr viele Polizisten hier. Wir  wissen Bescheid  über die Ereignisse in Shanaosen.“ Nach Darstellung einer unabhängigen Nachrichtenagentur hätten sich mittlerweile fast alle Ölarbeiter mit ihren Kollegen solidarisiert, die Produktion sei in ganz Kasachstan  zum Erliegen gekommen.

Während  eine kleine Clique um den Staatschef Nursultan Nasarbajew unendlich reich sei, litten die einfachen Menschen unter den schwierigen Lebensbedingungen, heißt es von Seiten einer Menschenrechtsgruppe. Die Lebensbedingungen würden von Monat zu Monat schlechter. Der Versuch, eine unabhängige Gewerkschaft zu gründen, endete damit, dass Gewerkschaftler inhaftiert und gefoltert wurden. Das Regime geht mit unglaublicher Härte gegen Oppositionelle vor.

Rowdytum jugendlicher Banden

Astana in Kasachstan (Foto: dpa)Großansicht des BildesKasachstans Hauptstadt AstanaDer Vorsitzende der alles beherrschenden Partei, Gani Kalijew, übt sich wie auch alle anderen politisch Verantwortlich in Ausreden. Er sei noch nicht auf dem Laufenden. „Obwohl ich eigentlich unterrichtet sein sollte über das Geschehene. Aber ich kann im Moment noch keine Kommentare abgeben.“

Die zuständige Staatsanwalt versucht indes das Geschehene als Rowdytum jugendlicher Banden darzustellen. Diese hätten Menschen überfallen, die im Zentrum den 20. Jahrestag der Unabhängigkeit Kasachstans feiern wollten, dabei seien zehn Personen getötet worden.

Staatschef Nasarbajew verhängte eine nächtliche Ausgangssperre über die Ölarbeiterstadt. Versuche, die öffentliche Ordnung zu stören, würden mit großer Härte bestraft. Er hatte anlässlich des Feiertages einen Triumphbogen in der Hauptstadt Astana eingeweiht.

http://www.tagesschau.de/ausland/kasachstan122.html

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