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Die drei Verurteilten gehören zu den zehn meistgesuchten Kriegsverbrechern der Welt. Die ehemaligen SS-Männer, alle wegen Mordes rechtskräftig verurteilt, werden von der Bundesregierung nicht an die Länder (Niederlande, Italien, Dänemark) ausgeliefert, in denen sie Kriegsverbrechen begangen haben. Der Grund: Alle sind deutsche Staatsbürger.

Dezember 17, 2011

Neuer Bericht: Nazi-Verbrecher leben unbehelligt unter uns


Wie aus dem gerade vorgelegten Bericht des Simon-Wiesenthal-Zentrums hervorgeht, verfolgen die deutschen Behörden bekannte und verurteilte Nazi-Schergen nicht mit dem nötigen Nachdruck.

Die Geschichte klingt unglaublich und ist doch wahr: Drei ehemalige SS-Männer, alle wegen Mordes rechtskräftig verurteilt, werden von der Bundesregierung nicht an die Länder (Niederlande, Italien, Dänemark) ausgeliefert, in denen sie Kriegsverbrechen begangen haben. Der Grund: Alle sind deutsche Staatsbürger. Dabei gehören die drei Verurteilten zu den zehn meistgesuchten Kriegsverbrechern der Welt.

In seinen Berichten vergibt das Simon-Wiesenthal-Zentrum, das 66 Jahre nach Kriegsende weltweit noch immer nach Nazi-Kriegsverbrechern fahndet, Noten für die konsequente Aufarbeitung und Verfolgung von Kriegsverbrechen. Da Deutschland in diesen drei Fällen dauerhaft versagt habe, wie es in dem Bericht heißt, wird seine Note um einen Punkt herabgestuft. Die Bundesrepublik erreicht damit nur noch die zweithöchste Wertung.

Der Direktor des Zentrums, Efraim Zuroff sagte, auch das mittlerweile hohe Alter der Täter wäre kein Grund, diese zu schützen. Weiter führte er bei der Vorstellung des Berichtes aus: „Die Opfer verdienen es, dass der Versuch gemacht wird, ihre Mörder zu finden.“

Dass mittlerweile auch niedere Ränge von SS und Wehrmacht verfolgt würden, begrüßte er. Früher habe sich die deutsche Justiz fast ausschließlich auf ehemalige Offiziere konzentriert. Deshalb sei das Urteil gegen den früheren Wachmann John Demjanjuk wegen Beihilfe zum Mord im Vernichtungslager Sobibor als wegweisend anzusehen.

Trotzdem sparen die Nazi-Jäger nicht mit Kritik: Völlig unverständlich sei, dass die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg nach eigenen Angaben nur nach ausländischen, nicht jedoch nach deutschen Kriegsverbrechern suche.

Foto: Björn Kietzmann nach CC BY-NC-ND 2.0
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