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Nach der Erschießung von Afrikanern durch einen italienischen Rechtsextremisten in Florenz, demonstrierten Tausende gegen den grassierenden Rassismus in Italien:Die italienische Justiz ermittelt gegen rechtsextreme Gruppen, die im Internet nach dem Vorfall in Florenz zu weiteren Hetzkampagnen gegen Einwanderer aufgerufen haben.

Dezember 17, 2011

Demonstration gegen Rassismus in Florenz
17. Dezember 2011 17:37

Nach Mord an Senegalesen – Ermittlungen in rechtsextremistischen Kreisen

Rom – Nachdem ein Rechtsextremist am Dienstag in Florenz zwei senegalesische Straßenhändler erschossen und drei weitere Afrikaner verletzt hat, sind am Samstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus zu protestieren, berichteten italienische Medien.

An der Großkundgebung in Florenz beteiligten sich unter anderem der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, und Pierluigi Bersani, Chef der zweitstärksten italienischen Gruppierung, der Demokratischen Partei (PD). „Wir lehnen die Kultur der Gewalt ab“, war auf einem Spruchband zu lesen.

Die Demonstranten versammelten sich auf der Piazza Dalmazia, auf dem die zwei Senegalesen erschossen wurden. An der Kundgebung beteiligten sich Angehörige der Opfer und Mitglieder der senegalesischen Gemeinschaft in Italien.

„Unerträglicher Akt der Gewalt“

„Der Vorfall in Florenz ist ein unerträglicher Akt der Gewalt, der Terror auslöst. Wir müssen geschlossen für eine Kultur der Integration arbeiten“, sagte Italiens Integrationsminister Andrea Riccari Riccardi. Der Bürgermeister von Florenz Renzi warnte vor dem Schreckgespenst des Fanatismus in der toskanischen Hauptstadt.

„Ich habe Angst vor Fanatismus, der Gewalt und Tod sät. Es handelt sich nicht um die Aktion einer Gruppe, sondern um die ausländerfeindliche und wahnsinnige Tat eines Einzelnen“, erklärte Renzi. Das traditionell linke Florenz besitze jedoch „ausreichend Antikörper“ gegen Rassismus.

Die senegalesische Regierung erklärte sich über die Tötung der beiden Straßenhändler und die Verletzung von drei weiteren Straßenhändlern geschockt und empört. Sie forderte von den italienischen Justizbehörden eine rasche Klärung der Hintergründe des Vorfalls.

Die italienische Justiz ermittelt gegen rechtsextreme Gruppen, die im Internet nach dem Vorfall in Florenz zu weiteren Hetzkampagnen gegen Einwanderer aufgerufen haben. Der Vorwurf lautet auf Anstiftung zu rassistischer Gewalt. Die Ermittler jagen im Internet nach Indizien, die zur Identifizierung der rechtsextremen Aktivisten beitragen könnten.

Zugleich kreisen die Ermittlungen rund um den 50-jährigen Gianluca Casseri, der sich nach dem Angriff auf die Senegalesen in Florenz das Leben genommen hat. Die Ermittler fanden in einem Plastiksack unter dem Sitz seines Autos 28 Pistolenkugel. Die Polizei geht davon aus, dass Casseri auf weitere Straßenhändler geschossen hätte, wäre er nicht von den Sicherheitskräften in die unterirdische Garage getrieben worden, in der er sich dann das Leben nahm. (APA)

http://derstandard.at/1323916714831/Demonstration-gegen-Rassismus-in-Florenz

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